Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 250)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 252 — sage'.'nicht, welche Richtung die richtige ist, darüber wird der Kongreß entscheiden. Aber der Kongreß muß hören, um darüber entscheiden zu können. (Lebhafte Zustimmung.) Es wurden verschiedene Fragen aufgeworfen über die Möglichkeit der Tat und der Leistungen. Es wurde ausdrücklich erklärt, die nationale Erziehung, die Syndikate, die Agrar- ■ frage.- kurz, alle möglichen Fragen werden mit der Palästina-Frage zur Aussprache kommen. Wann> frage ich? Durch wen soll das dem Kongreß, vorgetragen werden? Durch vier oder sechs Generalredner? In welcher Weise werden die gewählt werden? Wie können wir die Stimmung und den Willen des Kongresses richtig erfassen? Bloß durch den Zufall, daß. sich ,jemand ztim Wort gemeldet hat oder nicht? Welche Fragen ljegen denn vor, über welche Sie zu entscheiden haben? Es ist ieine Vergewal-: tigung des Kongresses, daß die Fragen in dieser Weise behandelt wurden. Ich protestiere dagegen. Wir sind von England mit bestimmten Vorschlägen hierher gekommen, wir werden vielleicht nicht einmal die Möglichkeit haben, dieselben hier vorzubringen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) . Präs.: Herr Schachtel, wollen Sie für oder gegen den Antrag sprechen. (Del. Schachtel: Für!) :,Del. Schachtel: Geehrter Kongreß! Ich bitte, 20 Generalredner zu wählen (Unruhe), damit das Präsidium des Kongresses und der Kongreß erkennt, daß es ein Unrecht war, am Kongreß selbst erst die Vorlagen vorzubereiten und drei Tage verstreichen zu lassen, ohne uns Gelegenheit zu bieten, auch nur einen Strich zu, arbeiten. (Lebhafter Beifall.) Präs.: Es wird mir soeben mitgeteilt, daß Herr Dr. Gaster gesagthätte, daß die Meinung des Kongresses erdrosselt wurde. Del. Dr. Gaster (erregt): Ich habe diesen Ausdruck nicht gebraucht! Präs.: Ich bitte mich nur anzuhören. Ich wollte sagen, daß ich es mir gar nicht denken kann, daß Herr Dr. Gast er' \sö etwas hat sagen können. (Del. Dr; Gast er: Da hätten Sie mich früher fragen sollen!) Ich werde nun darüber abstimmen lassen, ob überhaupt Generalredher sprechen sollen. Wer dafür ist, daß nur Generalredner sprechen, der erhebe die Hand I (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe! (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist abgelehnt! Del. Pasmanik: Ich bitte über den Antrag Schalk abzustimmen! Del. Dr.' Heymann: Das wäre doch unvernünftig! Del. Greenberg (spricht englisch, Dr. Marmor ek übersetzt)': Ich gestatte mir, meinem Freunde Mr. Cowen in einer Bemerkung, die er. gemächt hat, zuzustimmen. Und zwar ist dies eine Bemerkung, welche nicht mit den Ansichten des Kongresses übereinstimmt. Und ich glaube, daß kein besseres Beispiel in dieser Beziehung gefunden werden kann als der letzte Redner, der gesprochen hat. Ich erinnere mich lebhaft, daß ' der Kongreß einmal Herrn Trietsch nicht sprechen lassen wollte, weil' er Cypern erwähnt hatte. Und nun ist Cypern ein Teil dessen, was sich innerhalb der vorgeschriebenen Grenzen unserer Arbeit bewegt. Herr Trietsch sprach von politischem Zionismus in bezug auf Palästina, und er sprach auch in bezug auf El-Arisch. In bezug auf El-Arisch glaube' ich vor dem Kongreß mit einem gewissen Vertrauen zu sprechen, und ich glaube, man wird mich auch hören, wenn ich in bezug auf diesen Punkt von der vernachlässigten politischen Arbeit des A. C. spreche. Ich habe nicht die Absicht, irgendwelche Punkte des Zwiespalts in die Diskussion hineinzutragen. Doch bin ich gezwungen, zu sagen, was ich als .Wahrheit glaube. Wenn das A. C. nicht imstande gewesen ist, politische Arbeit zu tun und wenn wir in bezug auf El-Arisch nichts mehr zu tun hatten/ so ist es die Schuld des 7. Kongresses. (Warum?) Ich werde Ihnen sage'ny warum! Die englische Regierung trat in Beziehung zur zionistischen Bewegung in einer möglichst intimen Weise. Warum, glauben Sie, hat Herr Dr.