Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 249)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 251 — Del. Dr. Weizmaim: Jawohl! Ich möchte mich in diesem Moment gegen jede Beschränkung aussprechen.^ Täuschen wir uns nicht, im Kongreß können wir keine Spezialf ragen behandeln. Dazu haben wir eine Kommission gewählt, die aus Experten bestand, und dort wurde die Frage vom Gesichtspunkte der Experten behandelt. Was wir hier behandeln können, sind politische Momente, und darüber wollen wir uns aussprechen. Wenn wir die Redezeit einschränken oder die Debatte abbrechen und uns nur auf Spezialf ragen beschränken, haben wir nichts erreicht. Es soll sich hier nicht handeln um schöne Reden ,— die Rede von Trietsch war für mich keine schöne, aber eine sachliche Rede, die ich gern gehört habe —, und es ist notwendig, daß wir ein für allemal diese Kernfrage des Kongresses klarstellen. Ich beantrage also, vorläufig keine Einschränkung eintreten zu lassen.' Del. Dr. Friedemann: Wir müssen morgen abend den Kongreß schließen und haben bis dahin die gesamte Palästina-Arbeit, die gesamte Organisation der Partei und die Wahlen zu erledigen, die auch viel Zeit in Anspruch nehmen. Es sind 60 Redner vorgemerkt, und da (wollen die Herren, daß länger als zehn Minuten gesprochen werde. Wie dies auf 24 Stunden eingeteilt werden soll, ist mir unklar. Wenn wir die Redezeit nicht auf zehn Minuten * beschränken, so bleibt nur der Ausweg, sechs oder acht Generalredner zu wählen. (Mehrere Delegierte melden sich zur Geschäftsordnung.) Präs. Wolffsohn: Ich gebe nicht mehr das Wort zur Geschäftsordnung, der Kongreß soll entscheiden. Wer dJafür ist, die Redezeit auf zehn Minuten zu beschränken, erhebe die Hand. (Geschieht.) Gegenprobe! (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist angenommen. (Beifall.) Jetzt liegt der Antrag Lewin Epstein vor, die Generaldebatte zu schließen und nur. über die einzelnen Punkte zu sprechen. Del. Dr. Schalit: Hoher Kongreß l Wir haben bis heute nicht eia einzigesmal Gelegenheit gehabt, wirklich zum Programm zu sprechen. (Zustimmung.) In diesem ersten Augenblick, wo die Möglichkeit dazu geboten wird, wird versucht, diese Debatte zu erdrosseln. Ich glaube, der Freundschaftsdienst, der unserm Präsidenten erwiesen werden soll, ist ein schlechter Freundschaftsdienst, denn das ist eine Lebensfrage. Wir müssen in dieser Frage Klarheit schaffen, wir müssen wissen, wie wir zueinander stehen, alle anderen Detailfragen interessieren uns nicht von diesem Gesichtspunkte aus. Deshalb bitte ich, diesen unmöglichen Antrag, die Spezialdebatte durchzuführen, wo die Programmdebatte noch nicht ^abgeschlossen ist, abzulehnen und . ich beantrage Uebergang zur Tagesordnung. (Lewin Epstein meldet sich zur Geschäftsordnung.) Präs. Wolffsohn: Sie haben schon hierzu gesprochen. Der Kongreß wird entscheiden. Wer dafür ist, daß die Generaldebatte geschlossen werde, erhebe die Hand. (Geschieht.) Gegenprobe! (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist abgelehnt. Jetzt ist der Antrag gestellt, acht Generalredner zu wählen. (Große Unruhe.) Die Hauptsache ist, wir wollen alle Zeit sparen. Del. Dr. Gaster: Ich bitte ums Wort zur Geschäftsordnung! Präs.: Ich gebe nur einem für und einem gegen das Wort. So ist unsere Geschäftsordnung. Del. Dr. Gaster: Ich möchte fragen, was das für und was das gegen bei den Generalrednern bedeuten soll. Womit beschäftigen wir uns? Worüber soll der Kongreß entscheiden? Worüber sollen die General-1 redner sich verbreiten? Hier handelt es sich um eine Prinzipienfrage der weitestgehenden Art, und ich betrachte es als ein ungeheures Unrecht, das diesem Kongreß zugefügt wird, daß den Rednern gleich von Anfang an das Wort abgeschnitten wurde. Wir stehen auf dem Standpunkt, , m entscheiden: arbeiten wir praktisch oder arbeiten wir politisch?! Ich