Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 247)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 249 — im Interesse der Sache selbst und des Kongresses bitte ich Sie, sich möglichst auf Palästina ztu beschränken und nicht die zionistische Geschichte, und Angelegenheiten zu besprechen, welche einzelne Zionisten gehabt haben; (Zustimmung.) Del. Trietsch (fortfahrend): Meine Damen und Herren! Ich bin. schon so ziemlich am Ende, so daß es dieser Aufforderung nicht bedurft hätte.. Ich bin ja gerade bei Palästina und bei dem Landprogrammi und ich bin eben dabei gewesen, nachzuweisen, daß -~ entgegen der künstlich geförderten Auffassung —- El-Arisch kein Nachbarland, sondern ein- Teil Palästinas jst, in welchem ebenfalls die Tätigkeit vernachlässigt wurde, obgleich wir dort alle möglichen rechlichen Garantien haben usw. Ich habe Ihnen El-Arisch abgeführt als einen Beweis dafür, daß man von Seiten der Allzupolitischen nicht für die ^ausschließliche Arbeit in Palästina nach Gewährung des Charters und ähnlicher Garantien'* war "und ist, sondern daß mlari einfach) Angst hat vor Arbeit. Wenn das nicht so wäre, hätte man in El-Arisch' viel 'tun können, was man glaubte im türkischen Palästina nicht tun zu können. Heute liegt die Nachbarländer-Frage wie folgt*: Da und insoweit die Arbeit in Palästina selbst möglich und aussichtsreich ist, haben wir alle Kräfte aiif Palästina zu konzentrieren, die dafür zu haben sind. Für die Nachbarländer sollen wir versuchen, andere nach Möglichkeit zu. gewinnen. Speziell komme ich noch einmal darauf zurück, daß wir dahin wirken müssen, die „Ito" für uns zurückzugewinnen. Ich meine nicht die wenigen, die sich damals abgesplittert haben. Ich will nicht auf die Frage eingehen, ob uns daran liegen muß, diese Herren zurück zu haben oder nicht. Ich wäre mehr dafür, daß ja, aber die „Ito" ist seitdem eine andere Organisation geworden, als die kleine Gruppe von damals. Wie ich schon bei der ersten Diskussion Gelegenheit hatte zu äußern, worauf aber keine Antwort erfolgte, haben wir in der „Ito" . . . Präs. Wolffsohn: Herr Trietsch, verzeihen Sie, die „Ito" hat mit Palästina ebenfalls nichts zu tun. (Zustimmung.) Nachdem wir nur den einen Tag für die Palästina-Debatte haben und 60 Redner gemeldet sind, habe ich die Herren ersucht, sich möglichst auf die Sache zu beschränken und ich richte nunmehr nochmals die dringende Bitte an die Herren Redner, ihre Ausführungen soweit als möglich auf Palästina selbst zu beschränken und nicht die Nebenländer einzubeziehen. Del. Trietsch: Ich habe noch wenige Minuteri zu sprechen, und werde Ihre Zeit nicht lange mehr in Anspruch nehmen. Ich muß jedoch betonen, daß es für unsere Palästina-Tätigkeit notwendig ist, mit den anderen jüdischen Organisationen zusammen zu arbeiten und daß wir nicht zum Spaß den Nachbarländer-Paragraphen aufgenommen haben in das ,Landprogramm, welches mit der Palästina- Frage identisch ist. Es handelt sich, wie gesagt, nur um wenige Minuten, und ich bitte um Ihre weitere Geduld. Ich habe solange bei Ihnen im Verdacht gestanden, sozusagen einer von den Urhebern der „Ito"-Idee zu sein, daß Sie mir wohl zutrauen können, daß ich mit den Fragen, welche die „Ito" betreffen, mich beschäftigt habe, und ich bin zu dem Resultat gekommen, — und noch hat es niemand widerlegt —, daß das einzig mögliche Arbeitsgebiet der „Ito" in den Nachbarländern von Palästina liegt. Schritt für Schritt hat die „Ito" das aufgegeben, was sie daran hindern kann, und sie hält schon beim Verzicht auf den Charter, beim Verzicht auf die Autonomie und beim Verzicht auf den Widerstand der türkischen Regierung. Man verhandelt heute schon mit der Türkei. Die „Ito" ist uns so zum Greifen nahe, daß wir diesen Kongreß nicht vorübergehen lassen sollten, ohne ihn zu beeinflussen, damit er dafür sorge, daß uns dieser wertvolle Kreis näher komme, — daß wir zusammenarbeiten