Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 244

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 244 (sequence 242)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476270--2819-3478959
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 244 — # gegenüber der Kolonisation, mit; anderen Worten der Versuch e, in e r Politik ohne faktische Unterlagen.. — Mr. Cowen hat dann auf etwas hingewiesen, was in der Tatsache' sehr richtig ist, aber nicht für ihn spricht, — auch nicht gegen ihn, sondern gegen eine andere Stelle. Er hat gesagt: Wo ist die neue junge Kraft, auf die wir uns stützen wollen? Was ist hinzugekommen in diesen vielen Jahren? Die Frage ist berechtigt, aber nicht dadurch berechtigt, .daß wir nicht genug Politik oder genug Kolonisation betrieben haben. In die zionistische Bewegung ist eine Schlafnrützigkeit hineingekommen, und weil die Betätigung für die jungen Kräfte gefehlt hat^ darum .haben wir die jungen Kräfte nicht bekommen. Damit verlasse ich das Thema, das Mr.. Cowen angeschnitten hat, und gehe zu dem über, was .ich selbst sagen wollte.; In der Debatte, die. über den Bericht des A/ G. hier geführt wurde, ,habe ich vor einigen Tagen nur einen Teil dessen sagen können, was zu sagen war. Und unser Präsident hat das s O: verstanden, daß er auf meine fragmentarische Kritik gar nicht eingehen zu sollen glaubte. Auf diese Weise hat er nxeine präzisen Fragen unbeantwortet gelassen. Wir haben nicht erfahren, mit welchem Recht das bisherige A. C. sich über die erklärte Absicht des Kongresses., die Zentrale in Berlin zu haben, hinweggesetzt hat. Da wir dadurch eine einheitliche Zusammenlegung der Zentrale mit der Palästina-Kommission beabsichtigt hatten, ist dies eine falästina-Frage. Wir erfuhren nicht, bis zu welchem- Grade man sich bemüht hat, die vom Kongreß gewählten russischen Herren zur Uebersiedlung nach Berlin zu bewegen. Da diese Herren zu unseren striktesten Palästinensern gehören und wir sie deshalb in der Zentrale haben wollten, igt dies ebenfalls eine Palästina-Frage. (Sehr richtig I) Wir haben auch nicht erfahren, warum man die erklärte Absicht des 7. Kongresses, in Palästina r e a 1 e Arbeit zu leisten, nicht ausgeführt hat. - Ich stelle also diese Fragen nochmals und verlange eine klare Antwort von der hierfür verantwortlichen Instanz, von dem Präsidenten des A. G. Ich bitte diesen Kongreß, wenn er will, daß seine Wünsche respektiert werden, nicht zuzugeben, daß man sich über die. Beschlüsse des vorigen Kongresses hinwegsetzt ohne den Versudhi, eine Aufklärung darüber zu geben,, weshalb die wichtigsten Beschlüsse nicht durchgeführt wurden! Ich bin jedenfalls nicht von Palästina hierhergekommen, um einem solchen Verfahren beizuwohnen und mich damit zufrieden zu geben. :--—;i Ich komme nun zu den Fragen der Diplomatie und Politik, die ja mit der Palästina-Frage zusammenhangen. Ich habe schon neulich er^ klärt; daß - es mir fern liegt, die Existenz oder auch nur die große Wichtigkeit dieser Frage 211 bestreiten. Was ich! verwerfe, ist die Charter^ Autonomie- und Großmachtspolitik. Im Gegensatze zu dieser Pseudo- Politik soll einmal mit besonderem Nachdruck hervorgehoben werden, daß : wir im wesentlichen nur zwei Arten von Politik kennen: eine t ü r - k i s.c h e Politik, gegründet auf strikteste Loyalität gegenüber der Türkei, und eine jüdische Politik, gegründet auf systematische Arbeit. Was die t.;ürkische Politik betrifft, so habe ich schon Gelegenheit gehabt, einiges dazu: zu äußern. Wir müssen trachten, die beste Art zu finden, wie wir zum Nutzen der türkischen Regierung, des Landes und seiner Bewohner tätig sein und wie wir in solcher geduldiger und systematischer Arbeit allmählich das Vertrauen der türkischen Machtfaktoren erringen können. Ist uns dies gelungen, so steht uns der weitere Weg offen. Ein anderes System gibt. es nie h t. In bezug auf die jüdische Politik ist die Marschroute ebenfalls gegeben. Es gibt' jüdische Organisationen; die war noch nicht gewonnen haben und die schon in Palästina, tätig sind." Mit. diesen müssen wir versuchen,, zusammenzugehen. Diesen müssen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.