Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 222)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 224 — Budapest und Wien solche Schulen und wahrscheinlich werden wir, noch bevor die Emanzipation der Juden in Rußland sich vollzogen hat, auch dort solche Schulen haben. Aber wie soll die Wissenschaft des Judentums dort betrieben werden? Ich spreche nicht wie ein Fachmann, aber ich sage Ihnen meine Meinung, nur in Palästina ist ein solches Institut möglich, nur dort können wir die Propheten richtig' verstehen. Dort werden schon den Kindern die Augen geöffnet, und sie begreifen alles ganz anders. Die Franzosen, die Engländer und die Deutschen haben es verstanden, und sie haben dort archäologische Institute eingerichtet. Die Juden aber gehen nach Leipzig, oder Unter die Linden, aber in Palästina' haben sie nichts. Es wäre schön, könnten wir in Palästina eine Hochschule haben. Mindestens ein Jahr oder ein Semester würden die, die lernen wollen, dort bleiben und sie würden dann dort mehr lernen, als sie hier nicht lernen. Und die Einrichtung eines solchen Instituts ist gar nicht mit zu großen Kosten verbunden, es fehlt nur die Initiative. Wir haben hunderte von jungen Leuten, die sich vielleicht dieser Wissenschaft gewidmet hätten, aber sie finden keine Verwendung. Schaffen Sie doch eine Heimat für die jüdische Wissenschaft! Nicht in einem anderen Lande, sondern in Palästina. Vor kurzem ist ein reicher Jude in Amerika gestorben und hat 800 000 Dollar für eine jüdische Schule hinterlassen. Bei uns handelt es sich nicht um so große Summen, wir wollen nichts Testamentarisches, sondern wir wollen von den Lebenden. Es war in Beyrouth, da habe ich gesehen, was man bei einem festen Willen machen kann. Die Amerikaner haben dort eine Schule eingerichtet, und ich rate "jedem, er soll in Beyrouth diese amerikanische Schule besuchen. Wir sind dort willkommene Gäste. Das ist ganz gut, aber wir haben dort nichts geschaffen. Also es mußr etwas auf diesem Gebiet geschehen: Erstens muß eine Organisation geschaffen werden, die alle Schulen vereinigt, und die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, daß auch andere Organisationen mit uns Hand in Hand gehen werden. Es muß ein ganzer Plan ausgearbeitet werden. Wir müssen zweitens sehen, daß wTir von einer Mittelschule nicht nur hier sprechen, sondern daß wir eine solche Schule in Palästina wirklich erhalten, damit die Eltern, welche nach Palästina kommen, keine Ausrede haben können. Drittens soll auch eine Hochschule geschaffen werden. (Lebhafter Beifall.) Meine Damen und Herren, ich habe keinen ganzen Plan entworfen. Es gibt auch Organisationen, die für ein Technikum oder für eine Universität schwärmen. Es wird aber schwer sein, damit zu beginnen; wir müssen erst die Elementar-