Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 223 (sequence 221)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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— 223 — lischen? Für Palästina muß man andere Lehrbücher für Geographie, Geschichte, Arithmetik usw. haben. Sie haben dort wirklich ganz andere Bedingungen, sie haben andere Aufgaben, andere Münzen, andere Maße und überhaupt andere Kombinationen. Und das Fazit, wir hatten keine Literatur. Es sollte eine Körperschaft vorhanden sein, die für die jüdischen Schulen so etwas schafft. Die Lehrer könnten sich dann ganz dem Unterricht zuwenden, und sie hätten dann auch noch etwas Zeit für Erholung. Wir müssen uns dabei vor Augen halten, daß es keine Gefahr ist, wenn die Erwachsenen aus fremder Literatur ihre Nahrung ziehen, aber wenn der kleine Junge oder das kleine Mädchen aus der fremden Sprache schöpfen, dann geht sie uns zur Hälfte verloren. Wir müssen also sehen, daß wir eine eigene Literatur bekommen. Eine anständige Karte von Palästina haben wir z, B. bis zum heutigen Tage nicht, man mußte immer fremde Karten benutzen. Was muß geschehen? Erstens muß eine Organisation in Palästina geschaffen werden, nennen wir es ein kleines Ministerium, eine Direktion oder Inspektion der Bildung. Es ist nicht die Frage einer Person, sondern es müssen mehrere Leute sein, die sich vereinigen. Es muß eine ganze Organisation sein, ein Zentrum, und dann müssen wir dazu verschiedene Kommissionen haben, wie man sie in jedem Ministerium der Volksbildung hat. Es muß Sorge getragen werden für Bücher, Lehrmittel usw., und auf diesem Gebiete können wir wirklich Hand in Hand gehen mit den anderen Organisationen. Wenn wir uns nur auf unsern Reichtum verlassen,- werden wir nicht eben allzu groß werden, aber wir haben einen moralischen Einfluß. Nur dadurch haben wir die Einführung der hebräischen Sprache erzwungen, und ebenso müssen wir weiter arbeiten, wir werden so die anderen Organisationen dazu bringen, daß sie auch im nationalen Geiste arbeiten. Wo Schulen fehlen, müssen noch Schulen eröffnet werden. Wenn die Schulen nicht genügend Mittel haben, müssen wir für Mittel sorgen, wenn man eine Mittelschule nötig hat, darf diese nicht in privaten Händen bleiben, sondern die Organisation soll mindestens diese Schule unterstützen und einen Einfluß auf sie gewinnen. Ein weiteres: Die Franzosen, die Deutschen und die Amerikaner haben archäologische Institute. Sie wissen, daß wir Juden, denen man solchen Reichtum nachsagt, in der ganzen Welt nur vielleicht sieben oder acht Schulen für die Wissenschaft des Judentums, haben. Die beste Schule haben wir vielleicht in Newyork, weil dort gerade an der Spitze eine viel bedeutendere und ernstere Person steht als anderswo, und es herrscht dort auch ein anderer Geist. Wir haben in Breslau,