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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 222

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 222 (sequence 220)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2797-3478937
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— 222 — Geehrter Kongreß! Ich sage wieder ganz objektiv: Die Bezalelschule befindet sich im embryonalen Zustande, und anders konnte es nicht sein. Denn Wunder; geschehen nicht. Von der zionistischen Organisation ist es abhängig, ob wir nicht in Zukunft bereuen sollen, daß wir heute so viel applaudiert haben. Sie haben hier applaudiert. Sehen Sie zu, daß Sie am neunten, zehnten und weiteren Kongressen der künftigen jüdischen Akademie nicht wieder nur applaudieren! Es ist von uns abhängig. Es muß in Palästina vieles geschaffen werden, aber alles muß erst ausgebaut werden. Es ist wahr, meine Herren, der Boden Palästinas ist aus Stein. Aber betrachten Sie die Mauer von Jerusalem. Wenn unsere Eltern einen Stein gelegt haben, so ist es ein fester Stein gewesen und der Zahn der Zeit kann ihn nicht vernichten. (Lebhafter Beifall.) Der Boden in Palästina ist gut, aber wenn man solchen Boden hat, muß man auch fest bauen und mit Applaudieren baut man nicht, sondern mit Mitteln und Unterstützungen,. Es muß ganz anders gearbeitet werden, und es muß etwas anderes geschehen, damit-alles, was im Lande bereits vorhanden ist, fest wird und Existenzberechtigung findet. Wenn wir so arbeiten, wie wir bisher gearbeitet haben, dann, verehrter Kongreß, geht es allerdings nicht, denn wir arbeiten viel zu wenig. Was aber ist es, das uns in Palästina, fehlt? Wie soll das ganze Schulwesen geregelt werden, wie soll das Schulwesen ausgebaut werden? Was in Palästina fehlt, das ist ein einheitliches System. Wir haben dort den Merkas Hamoreim, das ist die Körperschaft der Lehrer. Aber diese Lehrer sind zu schwach, um etwas zu schaffen. Denn erstens erteilt jeder dieser Lehrer in der Woche mindestens 28 -Unterrichtsstunden und dazu muß er mindestens 60 Stunden arbeiten. Die Leute schlafen nicht, sie essen nicht, sie arbeiten. tMan kann sich aber nicht mit dem Gesamtausbau beschäftigen, wenn man schon zehn Stunden gearbeitet hat. Zum zweiten fehlt es an Mitteln. Und noch eine Sache; es ist notwendig, daß eine Person, die außerhalb dieser Körperschaft steht, die ganze Sache organisiert. Die Lehrer sind nicht imstande, sich zu organisieren und die ganze Sache zu übernehmen, dazu muß man noch Kräfte haben. Das System fehlt. Kein einziger beinahe von den Lehrern hat ein Lehrbuch oder eine Methode, jeder muß seine Lehrbücher ausarbeiten. Wenn er in der Arithmetik oder Botanik zu unterrichten hat, so muß er sich auf jede einzelne Stunde vorbereiten, und" meinen Sie, daß das eine leichte Aufgabe ist? Meinen Sie etwa, man könne Lehrbücher aus dem Russischen übersetzen, oder aus dem Französischen oder Eng-

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