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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 220

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 220 (sequence 218)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2795-3478935
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— 220 — haben, haben wir keinen Grund, mit diesen Lehrern unzufrieden zu sein. Sie sind sehr gute Juden, sehr gut national gesinnt und Verstehen ihr Fach. Auch das Lehrerseminar habe ich kennen gelernt. Selbstverständlich ist es erst im Ausbau begriffen, aber es war mir eine Freude, dem Unterricht beizuwohnen, ich fand ihn sehr gut. Ich will Ihnen hierzu noch en passant einige Beobachtungen erzählen. Ein orthodoxer Jude, ein Doktor aus Deutschland, der kein Zionist ist, kein Zionist war, vielleicht sogar unser bitterer Gegner, kam nach Palästina, und Sie werden hören, wie dieses Land auch einen solchen Gegner sozusagen in einen Zionisten verwandeln kann. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Er kam nach Palästina und sah, wie die hebräische Sprache lebendig war. Allmählich vervollkommnete er sich noch weiter in der hebräischen Sprache und kam schließlich so weit, daß er Geometrie und Physik in der hebräischen Sprache vortrug. Und es fehlte ihm kein Wort. Ich habe gesehen, wie man dort den kleinen Kindern in hebräischer Sprache die Botanik beibringt, es wird Ihnen vielleicht sentimental klingen, für mich ist es reine Musik gewesen. Die Sprache war eine ganz andere im Munde dieser Lehrer, die mit ihr zusammen im Lande aufgewachsen sind. (Beifall und Händeklatschen.) Wenn die deutschen Professoren daran zweifeln, ob wir es mit einer lebendigen oder toten Sprache zu tun haben, dann sollen sie einmal für drei Monate Schulgeld bezahlen und sich dort zu den Schülern setzen, dann werden sie es verstehen. (Lebhafte Zustimmung und Beifall.) Allein, man muß mit der Arbeit weiter gehen. In Palästina haben Sie schon eine große ^Anzahl von Eltern, die sich nicht zufrieden stellen mit der Elementarschulbildung. Sie wollen, daß die Kinder im Lande bleiben. Man muß also auch eine Mittelschule haben. Auf diesem Gebiet hatten wir bis vor kurzem noch nichts geschaffen. Nun haben wir den Unterbau eines Gymnasiums, und ich sage es ganz offen, als ich nach Palästina ging, hatte ich ein gewisses Mißtrauen gegen das sogenannte Gymnasium, ich war nicht vorurteilsfrei, ich glaubte, dort etwas zu finden, was sich nicht mit diesem Begriff deckt. Ich muß zu meiner Freude konstatieren, daß ich mich getäuscht habe. Zwar machte' die Anstalt noch den Eindruck eines ersten Versuches, aber eines guten, und ihre Leiter sind von uneigennützigen Motiven geleitet. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Sie wollen nur arbeiten und sind immer bereit, einer Organisation die Leitung zu übertragen, falls sich eine solche für die Schule bildet, — die eine wirklich gute Mittelschule in Jaffa sein kann, die den Eltern die Möglichkeit geben könnte, das Land nicht zu verlassen und die Kinder

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