Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 214)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 216 — werden für Kanada, Brasilien und andere Länder erzogen. In den Handwerkerschulen, die noch mehr Bedeutung haben, ist es ebenso. Beinahe sämtliche Zöglinge, die ihr Examen gemacht haben, begeben sich nach Amerika. Dort finden sie in der ersten Zeit keine Arbeit — und wissen Sie, was dann geschieht? Sie werden unterstützt und kosten der loa, der Alliance und Bnei Brith unnennbare Summen. Nun könnte man meinen, daß man den Kindern keine solche Erziehung im 'Lande geben kann, derart, daß sie dort verbleiben (können. Auf einmal selbstverständlich geht das nicht, aber von der Erziehung' hängt viel ab. Wenn man den Kindern vom ersten Jahr ab geradezu einen Widerwillen gegen das Land einimpft, wenn sie in einer fremden Sprache erzogen werden, in französischer oder englischer, wenn man den Kindern 20 Stunden wöchentlich in der englischen Sprache Unterricht erteilt, was soll aus diesen Kindern werden? Man erzieht sie ja nur dazu, damit sie die Möglichkeit haben, nachher das Land zu verlassen. Und dies war nicht der Wille einer einzelnen Person, sondern man hat es zum abgerundeten System gemacht, so daß es kein Wunder ist, wenn die Kinder dann das Land verlassen. Wenn Sie sich nach den Kolonien begeben, werden Sie ganz andere Verhältnisse finden. In den Kolonien kann man merken, daß ein Neues jetzt in . Palästina heranwächst. Es wird wirklich eine neue Generation geschaffen, und die Kinder werden da, wo die Anstalten nicht von den Administrationen unterstützt werden, recht gut erzogen. Wenn die Schulen auf Kosten der Kolonisten mit Unterstützung der Chowewe Zion oder sogar der Ica unterhalten werden, dann geht es ganz gut. Die Kinder bekommen eine ganz natürliche Erziehung, die Unterrichtssprache ist die hebräische. Aber, meine Damen und Herren, Sie sollen nicht meinen, daß man es dort mit dem Hebräischen ebenso treibt wie in Rußland oder Amerika oder in einem andern Lande. Es ist ein Linterschied. Ich habe gesehen, wie 200 Menschen auch in Baltimore die hebräische Sprache erlernten. Immerhin existiert ein schroffer Gegensatz zwischen Schule und Haus. Das Kind kann nach dem zwölften Jahre nicht mehr in der Schule bleiben. Es behält noch einige Jahre die hebräische Sprache, und dann ist sie vergessen; denn keine Nation der Welt kann zwei Sprachen beherrschen. Meine Damen und Herren, nur die reichen Leute, welche eine Auswahl in ihrer Garderobe haben, die ein paar Sommerwohnungen und Villen besitzen, nur diese sind imstande mehrere Sprachen zu beherrschen. Die Masse beherrscht nur eine Sprache, und es ist schon genug, wenn sie diese eine Sprache