Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 212)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 214 — Del. Dr. Bodenlieimer: Es scheint, daß. hier tier Kongreß nicht genau verstanden hat, was Mr. Greenberg vorschlug. Mr. Greenberg wünscht, weil durch die Form der Abstimmung es zweifelhaft sein könnte, ob der Kongreß prinzipiell auf dem Standpunkt steht, daß die Statuten abgeändert werden sollen, eine klare Abstimmung, damit nicht von Seite der Gegner der Statutenänderung aus dem Umstände, daß eine große Minorität gegen den Vorschlag des Bankpräsidenten gestimmt hat, als ob diese Minorität gegen die Aenderung der Bankstatuten sei. Präs.: Herr Dr. Bodenheimer, aber der angenommene Antrag von früher bleibt bestehen? (Große Unruhe.) Del. Dr. Bodenheimer: Jawohl! Dieser Antrag soll dazu dienen,, eine klare Auslegung des eben angenommenen Antrages zu geben. Präs.: Hat der Kongreß verstanden? (Der Lärm hält an. — Präsident gibt unausgesetzt das Glockenzeichen.) Sie haben den Antrag Greenberg verstanden. Wer dafür ist, erhebe die Hand. (Rufe: Wofür?) Für den Antrag Greenberg. (Geschieht.) - Ich bitte um die Gegenprobe! (Nach Vornahme derselben): Der Antrag ist mit allen gegen eine Stimme angenommen. (Großer Lärm. — Zahlreiche Zwischenrufe.) Herr Melamed behauptet, daß Mr. Greenberg gegen seinen eigenen Antrag gestimmt habe. (Del. Melamed: Und Mr. Cowen!) Mr. Cowen hat allerdings gegen den Antrag gestimmt. Das wird im Protokoll festgestellt. Del. Melamed: Jawohl, Mr. Cowen und Mr. Greenberg!. (Lebhafte Zwischenrufe.) Präs. Wolffsolm: Nein, Mr. Greenberg nicht. (Rufe: Ja!) Ich bitte, Mr. Greenberg! Herr Melamed behauptet, daß Sie gegen Ihren eigenen Antrag gestimmt hätten. (Del. Greenberg: Nein!) Herr Greenberg erklärt, nein, damit ist die Sache erledigt. (Lebhafte Zwischenrufe. — Langandauernder Lärm. — Präsident gibt wiederholt das Glockenzeichen.) Nachdem das Mißverständnis jetzt beseitigt ist, bitte ich Sie, Herrn Dr. Lewin mit jener Ruhe anzuhören, die der ,Sach.e und dem Dr. Lewin gebührt. Herr Dr. Lewin hat das Wort. (Del. Dr. B entwich: Ich bitte um das Wort zur Geschäftsordnung!) Jetzt hat Herr Dr. Lewin das Wort. ' ' ■ i Referat über die nationale Erziehung in Palästina Del. Dr. Lewin (mit stürmischem Beifall empfangen): Geehrter Kongreß! Wäre es unter allen Umständen eine schwierige Aufgabe, bei der gegenwärtig vorherrschenden Stimmung vor Sie auch nur mit einem trockenen Berichte, mit trockenen Zahlen zu treten und über Palästina zu sprechen,, so ist die Aufgabe, die ich habe, um so schwieriger, weil die zionistische Organisation als solche sich mit der Frage der' nationalen Erziehung der heranwachsenden Jugend in Palästina noch viel zu wenig beschäftigt hat. Es sind, verschiedene Organisationen, die Schulen in Palästina errichten und erhalten und die weiter noch die Absicht haben, neue Schulen zu gründen. Die zionistische Organisation aber hat diese Art der! Tätigkeit außer acht gelassen, nicht etwa aus böser Absicht oder aus Nachlässigkeit, sondern einzig und allein aus dem Grunde, weil die Kongresse nie Mittel zu diesem Zwecke bewilligt haben. Einen Bericht über die Tätigkeit der Chowewe Zion, des HilfsVereins,- der Ica oder der Alliance Israelite hier