Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 211)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 213 — sprechen. Wir kommen dann morgen zur Diskussion über seinen Vortrag und erst nachmittag zu der Hauptarbeit. Wir haben noch die Organisatiorisfrage, die am wichtigsten ist. Wir reden uns überflüssigerweise in eine Aufregung hinein. Wenn Sie ruhig überlegen, so werden Sie mir zustimmen, daß die Fragen, welche jetzt noch kommen, viel wichtiger sind als alles, was wir bis jetzt verhandelt haben. Ich richte nun die Frage an Sie: Wollen Sie jetzt Herrn Dr. Lewin ruhig anhören oder nicht? (Andauernde Zwischenrufe und Lärm.) Dann zwingen Sie mich, die Sitzung jetzt zu schließen. Del. Sturmaim (Jargon): Da ist ein Mißverständnis vorgekommen. Die Majorität betrug 130, die Minorität 102 Stimmen. Zu dieser Majorität muß man die Poale-Zion hinzurechnen, welche 18 Stimmen umfaßt. Dann hat die Minorität 120 Stimmen und die jetzige Majorität 112 Stimmen. (Beifall. — Großer Lärm und Zwischenrufe. — Präsident gibt wiederholt das Glockenzeichen.) Ich beantrage, man soll nochmals alle Resolutionen übersetzen. Alle sollen wissen, um was es sich handelt, die 18 Stimmen müssen der Majorität abgenommen und zur Minorität gegeben werden. (Großer Lärm und Zwischenrufe. — Präsident gibt unausgesetzt das Glockenzeichen.) Del. Dr. Maglies (zur Geschäftsordnung): Verehrter Kongreß! Ich möchte den folgenden Antrag zur Geschäftsordnung stellen. (Großer Lärm. — Im Saale ist eine Gruppe von Dienern erschienen.) Del. Dr. Schalit (mit erhobener Stimme): Ich protestiere gegen die Hereinführung von Dienern in diesen Saal. (Stürmische Entrüstungsrufe.) ' Präs.: Meine Herren, es ist hier ein kleines Mißverständnis vorgekommen. Ich rief zweimal, daß die Ordner Ruhe schaffen mögen, und da hat ein Herr vom hiesigen Komitee unsere Diener hereingeführt, die wir angestellt haben. (Heiterkeit.) ,Es ist ein Mißverständnis, und ich bitte dasselbe zu entschuldigen. Del. Dr. Magnes (fortfahrend): Ich habe für die Annahme der Resolution gestimmt, ich möchte aber den xAjitrag stellen, daß der Kongreß nachträglich darüber zur namentlichen Abstimmung schreitet. (Der Lärm dauert an.) Del. Dr. Friedemann: Meine Damen und Herren! Ich glaube, wir brauchen uns gar nicht so sehr über den ganzen Fall aufzuregen, wie dies geschehen ist. Ich schlage folgendes vor: Es kann zwar nach unserer Geschäftsordnung eine namentliche Abstimmung nicht mehr stattfinden, da wir aber im Zweifel sein könnten unter Umständen, so schlage ich nach deutschem und englischem Parlamentsverfahren vor, daß diejenigen, die für den Antrag sind, auf die eine Seite des Saales und die dagegen sind, auf die andere Seite des Saales sich begeben. (Großer Lärm. — Präsident gibt wiederholt das Glockenzeichen.) Del. Greenberg (spricht englisch — Del. Dr. M a r m o r e k übersetzt) : Der Kongreß hat meiner Meinung nach durch seinen letzten Beschluß unbewußt zu erkennen gegeben, daß er die Gegner der Statutenänderung unterstützt. Die Resolution sagt, daß der Kongreß ganz stramm an dem Prinzip der Statutenänderung festhält. 130 waren dafür, 102 dagegen. Die Tatsache, daß der Kongreß so beschlossen, wird von Herrn Zangwill benutzt werden. Darum schlage ich vor, daß jetzt eine einfache Resolution angenommen werden soll, welche dahin geht, festzustellen, wer für die Aenderung der Statuten ist und wer nicht. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Das wird eine eidesstattliche Versicherung darüber ermöglichen, welches der richtige Wunsch des Kongresses ist. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen^