Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 210 (sequence 208)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 210 — Del. Syrkiu: Herr Präsident, darf ich mir noch einige Worte erlauben? Präs.: Ich bitte! Del. Syrkin: Von Herrn Lewis wurden verschiedene Meinungen durch den Präsidenten der Kolonialbank und von anderen Seiten zitiert. Präs.: Von wem? Del. Syrkin: Von Herrn Dr. Rosenbaum. Präs.: Das sind Privatgespräche. Darauf kann sich der Kongreß nicht einlassen. Ich bitte nun Mr. Greenberg, die Uebersetzung vorzulesen. Del. Greenberg (übersetzt den Antrag Katzenelsohn-Rosenbaum ins Englische.) Del. Bentwich (zur Geschäftsordnung): Ich möchte nur zur Geschäftsordnung bemerken, daß dieser Antrag, in Artikeln alles mögliche zu tun, keinen Wert hat, weil dies nicht möglich ist. (Beifall. — Unruhe.) Präs. Wolffsöhn: Das wird sich nachher finden. Wir können hier nicht von neuem eine juristische Debatte beginnen. Es liegt jetzt ein Antrag vor. (Lebhafte Zwischenrufe. — Lärm.); Ich glaube, Sie haben mich doch verstanden? Ich sagte, Mr. Lewis ist kein Delegierter. Wir können ihn doch nicht hier von der Galerie aus mitsprechen lassen! (Rufe: Aber wir Delegierte würden die Wahrheit erfahren! — Ein Kongreß ist doch keine Reichsduma! — Fortgesetzte Unruhe.) Ich bitte um Ruhe. Ich lasse jetzt über den Antrag Katzenelsohn-Rosenbaum abstimmen. (Widerspruch.) Wenn die Herren nicht einverstanden sind, so können Sie ja gegen den Antrag stimmen. Soeben wird mir mitgeteilt, daß die Herren Dr. Bodenheimer und Dr. Tsc'hlenow sich mit den Herren Dr. 'Katzenelsohn und Dr. Rosenbaum auf einen einzigen Antrag geeinigt haben, in welchem alle Richtungen zum Ausdruck kommen. Der Antrag, der also jetzt ein Antrag Katzenelsohn-Rosenbaum- Tschlenow-Bodenheimer ist, ist vollkommen gleichlautend mit dem Antrage Katzenelsohn-Rosenbaum, den vorhin Herr Dr. Friedemann verlesen hat, nur daß noch vom A. C. die;drei vom Kongresse zu wählenden Fachleute zugezogen werden sollen. Ich werde also über; den Antrag in dieser Form jetzt abstimmen lassen. (Lebhafte Unruhe und Zwischenrufe.) -Del. Dr. Gaster: Ich will nur darauf aufmerksam machen, daß der englische Sollicitor meint, daß nach dem englischen Gesetz die Sache, wie sie jetzt vorgelegt wird, nicht durchführbar sein werde. Wollen iwir wieder einen Prozeß haben, so haben wir ihn. (Widerspruch.) Präs. Wolffsolm: Herr Dr. Gaster, wir beschließen hier am Kongresse, und es haben uns unsere Fachleute und Juristen Vorschläge , zu machen. Wenn wir daran zweifeln, dann können wir überhaupt nicht zu einem Ende kommen, denn wenn Sie Vorschläge machen werden, dann werden vielleicht wieder andere kommen und daran zweifeln, ob das nach englischem Gesetz möglich ist. Wir unternehmen überhaupt nichts, was irgendwie mit dem englischen Gesetz in Konflikt geraten könnte. Del. Dr. Mossinsolm: Es ist aber doch ein weiterer Vorschlag da, daß der Kongreß bestimmen soll, daß das Statut geändert werde. Präs. Wolffsöhn: Ich kann nur geschäftsordnungsmäßig verfahren. Es ist hier ein Bankreferat erstattet worden, der Referent stellt einen Antrag und über diesen Antrag muß ich abstimmen lassen. Sind die Mitglieder dieses Kongresses mit dem Antrage nicht einverstanden, so werden sie dagegen stimmen, und es kommen dann die anderen Anträge