Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 209 (sequence 207)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 209 — torialisten, die nicht einverstanden sind, das Geld für die Shares auszahlen. (Ruf: Dann können wir darüber reden!) Herr Dr. Gaster hat gesagt: Wir dürfen unsere Ehre nicht auf Geld stellen. Was würden Sie nun, Herr Dr. Gaster, sagen, wenn man uns die Bedingung stellt, daß wir mir dann ändern dürfen, wenn wir ausgezahlt haben. Werden Sie dann auch für die Auszahlung sein, um die Ehre zu retten? Ich weiß nicht, ob Herr Dr. Gaster dies auch bejahend beantworten wird. Ich halte eine solche Möglichkeit für sehr ernst una denke, mit dieser Möglichkeit müssen wir rechnen, wenn sie auch nur bedingungsweise vom Richter ausgesprochen werden sollte. Von den Leuten wird die Forderung gestellt werden: zahlen Sie uns unsere Shares, und unsere Bank wird dadurch sehr gefährdet werden — das unterliegt keinem Zweifel. Und eine moralische Pflicht muß für uns ebenso bindend sein wie eine Pflicht des Richters. Ich weiß aber nicht, wie weit eine solche Gefahr juristisch besteht. Es wurde mir heute von Dr. Katzenelsohn mitgeteilt, daß der Betrag hierfür 40 000 Rubel ausmacht. Daher habe ich im großen A. C., wo über die Frage bereits beraten wurde, gesagt, man soll drei Juristen zur Entscheidung der Sache beiziehen. Wenn es sich nur um ein paar tausend Pfund handelt, sollen wir die Sache fortführen. Wenn aber Gefahr für uns dadurch erwächst, dann müssen wir sagen, daß wir nicht weitergehen. Dieser Beschluß wurde vom großen A. C. angenommen und wurde Ihnen auch heute hier vorgeschlagen. Es freut mich auch, daß Dr. Katzenelsohn und Dr. Rosenbaum sich geeinigt haben mit dem Unterschied, daß sie die drei Juristen nicht vorsehen, welche wir wünschen. Da ich glaube, daß wir im A. C. nicht viele Juristen haben, würden wir uns mit dem Zusätze der Hinzuziehung von drei Juristen dem Vorschlage von Dr. Katzenelsohn und Dr. Rosenbaum anschließen. 1 Ich schließe mit dem Gedanken, den ich am letzten Kongreß ausgedrückt habe, daß ich überzeugt bin, daß wir, nachdem wir eine so schwere Krankheit, wie es die Uganda-Krankheit war, schon einmal durchgemacht haben, diese ein zweitesmai nicht mehr durchmachen werden. Wir kennen sie schon und halten sie in Zukunft für ausgeschlossen. Beschließen wir, daß das Mögliche angewendet werden soll, aber mit dem Vermögen der Bank müssen wir doch sehr vorsichtig vorgehen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Präs.: Ich werde jetzt den Antrag Katzenelsohn-Rosenbaum Ihrem Wunsche gemäß ins Englische übersetzen lassen. Deutsch und russisch haben Sie den Antrag bereits gehört. Del. Syrkin: Ich möchte einen Vorschlag zur Sache machen. Schon manche haben hier im Namen des Mr. Lewis gesprochen und verschiedenes von Mr. Lewis zitiert. Ich möchte daher vorschlagen, Mr. Lewis zu ersuchen, uns persönlich irgendwelche faktische Erklärungen abzugeben, die diese Frage betreffen. Präs.: Herr Syrkin, Mr. Lewis ist nicht Mitglied des Kongresses, und wenn Sie gehört hätten, was der Präsident der Jüdischen Kolonialbank heute vorgetragen hat, so hätten Sie entnommen, daß alle Anschauungen Mr. Lewis darin enthalten sind.