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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 208

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 208 (sequence 206)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2783-3478923
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— 208 — bevor wir die preisgeben, wollen wir den Prozeß weiterführen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Dr. Tschlenow: Meine Herren und Damen! Mir scheint, daß die Frage, die wir jetzt zu beraten und zu beschließen haben, eigentlich von solcher Natur ist, daß wir sie nüchtern und kaltblütig behandeln sollten. Ich werde mich ganz kurz fassen. Das Hauptsächliche ist schon gesagt worden und ich glaube nicht, etwas ganz Neues zu entdecken. Ich will aber doch meinen Standpunkt in dieser Sache erklären. Um was handelt es sich eigentlich? Denken wir wirklich, daß wir mit der Aenderung des Statuts eine unerschütterliche Bürgschaft schaffen werden für das, was wir befestigen wollen, oder nicht? Ich denke, die einzige Bürgschaft liegt ja im Geiste der Organisation und nicht in den Paragraphen eines Statuts. (Sehr richtig!) Ich denke, daß, wenn es wieder möglich wäre, was ich für ganz ausgeschlossen halte, daß unsere Organisation vom territorialistischen Geiste durchdrungen wäre, kein Paragraph des Statuts hindern würde, die Gelder für die Zwecke der Territorialisten auszunützen. Der J. C. T. hätte sich dann mit Kolonisation in anderen Ländern nicht zu beschäftigen, sondern eine andere Körperschaft, aber das Geld des J. C. T. wäre daran beteiligt. Es gibt diesbezüglich keine Bürgschaft. Man sagt auch, das sei eine Sache unserer Ehre. Als Zionist, dem die zionistische Ehre sehr teuer ist, muß ich sagen, daß ich mich nicht gekränkt fühle, wenn wir den Prozeß verloren haben. Dadurch ist nicht bewiesen, daß die Territorialisten in meinen Augen eine Chance mehr gewonnen haben als früher. Der Territorialismus ist eine genau so faule Sache wie früher, ich aber habe in meiner zionistischen Ehre nichts einzubüßen. So wird die Sache auch in meinem Lande aufgefaßt. Sie wird gar nicht so akut empfunden, wie dies in manchen Landsmannschaften und insbesondere in der englischen Landsmannschaft der Fall zu sein scheint. Das erklärt sich dadurch, daß in der englischen Landsmannschaft der Kampf zwischen Zionismus und Territorialismus noch stark ist, während bei uns dieser Kampf schon begraben ist. Mit solchen Sachen müssen wir auch rechnen, aber das ist nicht die zionistische Ehre, für die wir alles aufopfern müssen, sondern eine Streitfrage, kein point d'honneur. Weil wir aber schon einen Beschluß vom 3. Kongreß haben und dieser uns heilig sein muß, müssen wir den Kampf weiterführen, aber bis zu einer gewissen Grenze, und da frage ich: Ist Gefahr vorhanden, daß wir vielleicht den Territorialisten ihre Shares werden auszahlen müssen? Soweit ich mir die Frage von den Juristen aufklären ließ, habe ich die Erklärung bekommen, und Mr. Lewis hat mir das auch gestern mitgeteilt: die Möglichkeit ist nicht wahrscheinlich, aber ausgeschlossen ist sie durchaus nicht. Es ist nicht vollständig ausgeschlossen, daß das Gericht dann sagt, sie können das Statut nur dann ändern, nachdem sie den Nichteinverstandenen die Shares auszahlen. Verpflichtet sind wir dazu nicht, aber bedingungsweise kann vom Richter ausgesprochen werden, daß wir nur dann das Statut ändern können, wenn wir den Terri-

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