Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 205 (sequence 203)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 205 — Präs. WolffSohn: Herr Dr. Bodenheimer, ich möchte nochmals bitten ... Generalredner Dr. Bodenheimer: Die Frage ist zu ernst, um mit einigen Phrasen darüber hinwegzugehen. Ich muß wenigstens mit einigen Worten auf den Kern der Sache eingehen. Mr. Bentwich hat zwei Momente angeführt, die ich für bedenklich halte. Er hat gesagt, der Grund, weshalb er seine Ansicht geändert hat — und nun komme ich auf den 7. Kongreß —, ist die Stellungnahme des Zangwill zu dieser Frage, und weil Herr Zangwill der Meinung war, daß trotz der Auffassung des Herrn Bentwich das Direktorium und die Aufsichtsräte der Bank genügende Macht haben, um zu verhindern, daß irgend ein Unternehmen außerhalb Palästinas gefördert werden könnte, verlangt Bentwich, weil er der Meinung ist, daß Zangwill mit seiner Auffassung die zionistische;Sache gefährden könnte, die x\enderung der Statuten. Das ist doch für einen Juristen ein ganz merkwürdiger Standpunkt. Wenn ich eine Meinung vertrete, und diese Meinung wird von einer Person bekämpft, iund wäre sie selbst eine so bedeutende Persönlichkeit -wie Zangwill, dann verteidige ich doch meinen Standpunkt, dann warte ich ab, bis der andere seine Rechtsmittel ergreift, um meinen Standpunkt aus dem Weg zu räumen, dann berufe ich mich mit ganzer Macht auf die Bestimmung des Statuts, auf die Bentwich zur Verteidigung sich berufen hat, daß alle Macht in die Hand des Aufsichtsrats gelegt und dieser verpflichtet ist, sich an die Bestimmung zu halten, an das zionistische Ziel, das allein das Statut beherrscht. Ein zweiter Standpunkt ist derjenige, daß wir die jetzige Majorität benutzen sollen, um diesen — ich darf es sagen — unglückseligen Prozeß durchzuführen; das ist gar kein juristischer Standpunkt, auch kein zionistischer Standpunkt. Wir müssen das Vertrauen haben, daß wir immer über die Majorität am Zionistenkongreß verfügen. Wir müssen das Vertrauen nicht nur zu uns selbst, sondern auch zu den Führern haben, daß sie fest und stark auf dem Boden der zionistischen Ueberzeugung stehen und daß auf diesem Kongreß niemals eine Frage auftauchen könnte, welche imstande wäre, die Gemüter zu verwirren. Nun aber, meine verehrten Kongreßmitglieder, komme ich zu dem ausschlaggebenden Punkt, weshalb wir im Prinzip für die Durchführung der Aenderung der Bankstatuten eintreten. Wir treten dafür ein, weil es von Anfang an der Gedanke des Kongresses war, der jetzt in dieser Bankstatutenänderung zum Ausdruck gekommen ist. Wenn die englischen Juristen uns damals das zionistische Konzept verdorben haben, dann ist es für uns kein Grund, heute nicht wieder die schöne Reinschrift herzustellen, die auf dem zweiten Kongreß zum Ausdruck gekommen war. Wir ändern nichts, wir gehen nur zu dem ursprünglichen, zum autoritativen, zum Originaltext zurück, der in den Beschlüssen des zweiten Kongresses zum Ausdruck gekommen ist. Aber, meine Herren, es ist eine ganz andere Frage, ob man auf dem Boden dieses Prinzips der Statutenänderung steht oder ob man einen unangenehmen Prozeß führen will, um diese Statuten-