Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 202)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 204 — Herren, kann die Ugandafrage nicht mehr schrecken. Wir stehen auf dem festen Boden der zionistischen Ueberzeugung, wir haben alle e i n Prinzip, alle ein Ziel tmd daran können uns auch die Schreckensworte des Herrn Bentwich nicht irre machen. Ich komme nun zu einem ernsteren Punkte, und ich muß sagen, ich möchte meine Rolle mit der des Herrn Bentwich nicht vertauschen, der jetzt für die Aendemng der Statuten eintritt. Wenn mich eins an diesem Prinzip irre machen könnte, dann ist es der Umstand, daß eben Herr. Bentwich dieses Prinzip vertritt, und dann sind es die Gründe, die Bentwich für sein Prinzip anführt. Es ist kein Geheimnis, welche Rolle Bentwich bei Schaffung der Statuten gespielt hat, es ist kein Geheimnis, daß der Kongreß beschlossen hat, was wir mit der Abänderung der Statuten verlangen, und Herr Bentwich hat uns ein Statut gebracht, und Sie hören, dieses Statut ist mit Willen des damaligen Bankpräsidenten, auf den guten Rat des Herrn Bentwich hin, akzeptiert worden. Wie hat sich nun Herr Bentwich gestellt, als die Frage der Abänderung der Statuten vor den dritten Kongreß kam? Wenn irgend wann, mußte er sichl damals klar darüber sein, daß gewisse Bedenken obgewaltet haben, wenn man die Fassung absetzen soll, die Bentwich seinem Statut gegeben hat. Bentwich wurde auch auf dem 3. Kongreß zur Rede gestellt, und ich zitiere — um ein berühmtes Wort nachzuahmen — den Bentwich des 3. Kongresses gegenüber dem Bentwich des 8. Kongresses. Herr Bentwich wurde über die juristische Seite gefragt, und er erklärte nach dem Protokoll des Kongresses, daß er über die Bank folgendes zu sagen habe. (Zwischenruf des Del. Bentwich.) Herr Bentwich meint, der Beschluß des 3. Kongresses habe nichts zu tun mit dem Beschluß von heute. (Widerspruch seitens des Del. Bentwich.) Ich bitte, Sie können mich ja widerlegen. Der Beschluß des 3. Kongresses ist ja eben die Grundlage der Frage, über die der Prozeß entstanden ist. Präs. Wolffsohn: Herr Dr. Bodenheimer, ich bitte, sich mehr mit der Bank und weniger mit Herrn Bentwich zu beschäftigen. Generalredner Dr. Bodenheimer: Sehr geehrter Kongreß! Ich kann in diesem Falle Mr. Bentwich nicht von der Frage der Bank trennen. Mr. Bentwich behauptet, daß die anderen Juristen, die mit ihm das Statut ausgearbeitet haben, sehr wohl wissen, daß alles genau dem englischen Gesetz gemäß und auch den Wünschen des vorigen. Kongresses entsprechend ausgearbeitet wurde. Am Schlüsse aber sagte er, wenn die Juristen nicht alles das ausgeführt haben, was verlangt wurde, so hängt dies davon ab, daß in einigen Punkten diese Beschlüsse nach englischem Gesetze nicht ausführbar waren. Herr Bentwich hat also den Mut gehabt, uns damals zu erklären, daß es nicht ausführbar war, diese Bestimmungen in das Gesetz hineinzubringen, für die er heute eintritt. (Hört! Hört!) Damals haben wir das englische Gesetz noch nicht genau gekannt, wir mußten uns auf das Wort des Mr. Bentwich verlassen. Wenn er aber heute das Gegenteil von dem sagt, was er damals ausgeführt hat, ist er für mich keine Autorität mehr, der ich folgen kann.