Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 201)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 203 — Generalredner Dr. Bodenheimer: Verehrter Kongreß! Der Generalredner, der mit mir die Ehre hat, ein Prinzip zu vertreten, das nicht ganz, mit dem des Herrn B entwich übereinstimmt, und die Herren, welche uns gewählt haben, stehen auf einem ' Standpunkt,. den wir zu einem Antrag verdichtet haben, der sich im wesentlichen an den Kompromißantrag des Herrn Präsidenten der Bank und des Herrn Dr. Rosenbaum anlehnt. Dieser Antrag lautet . (liest): „Der Kongreß erklärt prinzipiell, daß er nach wie vor auf den Boden des Beschlusses des VII. Kongresses steht, welcher die Aenderung; des Bankstatuts verlangt. Mit Rücksicht auf die Schwierigkeit und Kostspieligkeit der Durchführung und wegen'der in Betracht kommenden Spezialf ragen, überläßt der Kongreß die endgültige Entscheidung über die Fortsetzung des eingeleiteten Prozeßverfahrens dem Engeren A. C. und drei vom Kongresse gewählten Fachleuten1'." (Beifall.) Ich will diesen Antrag in kurzen Worten begründen und ich hoffe, daß das schlechte Wetter draußen Ihre Laune nicht so verschlimmert haben wird, daß Sie mir nicht einige Minuten in aller Ruhe Gehör schenken. Als wir zur Wahl der Generalredner da rückwärts in dieser kühlen Halle uns versammelten, da wurde die Frage aufgeworfen, wer für und wer gegen die Abänderung der Statuten sei. Und da wurde festgestellt, daß eine Verschiedenheit des Prinzips gar nicht existierte. Als wir dann doch notgedrungen in zwei Parteien uns absonderten, um zwei Pro- und zwei Kontraredner zu wählen, und als wir nach einer halbstündigen Beratung uns über das Prinzip der Pro- und Kontrarede geeinigt hatten, da stellte sich bei uns ein sehr verehrtes Mitglied ein, das auf der anderen Seite gestanden hatte, ein Herr, den Sie alle kennen, Herr Motzkin, und als wir ihn befragten, was denn die Herren beschlossen hätten, da" stellte es sich heraus, daß die Herren zu ganz demselben Beschlüsse gekommen waren wie wir, daß man nämlich im Prinzip sich vollkommen einig war und nur der unüberwindlichen oder großen Schwierigkeit gegenüber das Feld räumen soll. Und nun, meine Herren, die Gründe: Unser verehrter Vorredner, Herr Dr. Bentwich, hat hier wieder das Gespenst der Ugandafrage auftauchen lassen und hat damit die Versammlung zu schrecken und Sie für die Frage des Prozesses scharf zu machen versucht, eine Frage, die gar nicht eine Frage des Prinzips ist, sondern eine Frage praktischer Erwägung. Er hat einen Popanz auf- " gestellt von allen Schrecken, die es mit sich bringen könne, wenn wir uns nicht seinen Anschauungen anschließen. Diese Schrecken fürchten wir nicht. Dieser Popanz kommt uns vor wie der Popanz eines kleinen Kindes, das einen langen Stab nimmt und ein Tuch darüber hängt und dann in ein dunkles Zimmer geht und wie ein gewaltiges Gespenst in die Erscheinung tritt. Wenn man aber nur einen Schritt näher tritt, wenn man ihm nur entgegengeht und das Tuch herunterreißt, sieht man, es ist kein Schreck, es ist ein Kind. Uns, meine' verehrten Damen und