Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 183)
- Language
- German, English, Hebrew
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/ — 185 — will den extremen Fall annehmen, wie er auch vor dem englischen Richter entwickelt worden ist oder entwickelt werden wird —, daß wir eine, sagen wir, territorialistische Majorität im zionistischen Parlamente haben. Dadurch würde das Geld des J. C. T. auch für andere Zwecke flüssig. Um dieser Möglichkeit oder dieser entfernten Möglichkeit einen Riegel vorzuschieben, hat der Kongreß dann einstimmig oder mit großer Majorität beschlossen, daß es ein für allemal festgesetzt werde, das Geld müsse in Palästina oder fast ausschließlich dort verwendet werden, oder, um jeden Zweifel aufzuheben, es müssen die Statuten so abgeändert werden, daß daran nicht mehr gerüttelt werden kann. Es handelt sich also um eine moralische Verpflichtimg, die der Kongreß der Welt und den Zionisten gegenüber eingegangen ist, besonders aber den Shareholders, den armen luden gegenüber, die vor zehn oder acht Jahren das Geld dazu hergegeben haben. (Del. Dr. Friedemiann: Und jetzt wird es zum Fenster hinausgeworfen!) Ich höre, daß das Geld jetzt zum Fenster hinausgeworfen wird. Ich werde darauf antworten und werde sehen, ob wir das Fenster nicht zumachen können. Meine, verehrten Damen und Herren! Ich versuche, die Sache ganz klar und sachgemäß 'darzulegen, soweit wir sie in England verstehen. Es mag. ja sein, daß auch ich mich darin irgendwie täusche. (Del. Dr. Friedemann: Sehr richtig!) Thank you! Ich bin gern bereit, zu hören, worin ich mich täusche, und ich verspreche den Herren, ihren Ausführungen rnit derselben Aufmerksamkeit zu folgen, die ich Sie bitte, auch den meinen zu gewähren. Als der Beschluß damals gefaßt wurde, lag also die Absicht vor, der erwähnten Möglichkeit den Boden zu entziehen. Wodurch? Durch eine vom englischen Gericht vollzogene Feststellung und Aenderung der Statuten. Englische Gerichtsverfahren sind ziemlich teuer. Man wußte ja zu der Zeit, als der Beschluß gefaßt worden ist, daß das Geld kosten werde. (Zwischenrufe.) Hat denn jemand damals geglaubt, daß das umsonst geschieht? Hat man damals gefragt, wieviel es kosten werde, und ist der Kongreß vor der 'Summe zurückgeschreckt? Mit nichten! (Del. Dr. Marmorek: Wir haben keine Ahnung gehabt, was es kosten wird. Damals war kein Prozeß Zangwill!) Präs. Wolffsolm: Ich bitte, den Herrn Redner nicht zu unterbrechen. Del. Dr. Gaster (fortfahrend): Die Möglichkeit einer Opposition war vollständig offen. (Del. Dr. Marmorek: Aber nicht vorausgesehen!) Entschuldigen Sie, Herr Doktor; wenn eine Opposition dagegen, daß man die Statuten ändern soll, nicht vorausgesehen worden wäre, wie würde man dann überhaupt auf einen Beschluß gekommen sein? Wozu braucht man etwas zu verschließen, das niemand aufmachen will? Die Tatsache wurde damals vollständig klar' erläutert, und auch die Frage wurde damals aufgeworfen, ob das Geld nicht auch für andere Zwecke verwendet werden könnte, und gerade deshalb wurde der Beschluß gefaßt. Es geschah nicht in Unkenntnis, sondern -in genauer Kenntnis der Möglichkeiten, daß der Beschluß gefaßt wurde, das zu tun oder das zu verhüten, was eben jetzt geschehen soll. Ich komme nun zum Kostenpunkte, das heißt dazu, ob das Geld wirklich nutzlos zum Fenster hinausgeworfen wird. Ich möchte fragen, meine Herren: Wenn die Aenderung der Statuten wirklich so ganz nutzlos ist, wenn für die anderen davon überhaupt nichts zu profitieren ist, warum legt denn dann die Opposition ein solches Gewicht darauf und will Kosten darauf verwenden, um diese Aenderung zu verhüten? (Del. Greenberg: Herr Doktor, um uns zu beschämen!) Herr Greenberg meint, um uns zu beschämen. Ich weiß nicht, wo da die Schande herkommt, wenn wir einen Beschluß des Kongresses ausführen! (Del. Cowen: Herr Greenberg wollte sagen: um uns zu schädigen!) Um uns zu schädigen, sagt Herr Cowen. Ich weiß nicht, ob es eine Schädigung