Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 182)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 184 — nis, die ich in England hierüber gewonnen habe, dem Kongreß zur Entscheidung vorzutragen. Es sind zwei Gesichtspunkte, die mich hier leiten und dazu bestimmt ihaben, das Wort in einer Bankfrage zu ergreifen. Ich will von den Kosten, von den Advokatenspesen usw. vielleicht nachher sprechen. Aber uns liegt vielmehr an der moralischen Tragweite des Entschlusses,' zu dem der Kongreß gelangen kann. Täuschen wir uns nicht, meine Damen und Herren! Wir leben in England, und wie nachher Ihnen berichtet werden wird, haben wir, die englische Landsmannschaft, 'und vorher in England alle Delegierten der English Federation, einstimmig beschlossen, dem Kongreß eindringlichst zu empfehlen, alle möglichen Schritte zu tun, um den vorher gefaßten Beschluß durchzuführen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Sie werden zugeben, daß wir in England doch einigermaßen besser unterrichtet sind über die Tragweite eines solchen Entschlusses, über die Kosten eines solchen Verfahrens, über den Beschluß des Richters und über alles, was da vorgegangen ist und was in einer Üebersetzung doch nicht so wiedergegeben werden kann als im Original. Traduttore — traditore! Der Uebersetzer kann oft ein Verräter werden durch unbewußte Auslassung oder Hinzusetzung eines Wörtchens. Wir haben die Sache im Original verfolgt. Um was handelt es sich eigentlich? Es handelt sich darum, ein für allemal festzustellen, daß die Bedingungen, unter welchen wir an das jüdische Volk herangetreten sind, auch getreulich erfüllt werden durch das uns dafür anvertraute Geld. Es war am zweiten Kongreß, daß nochmals von unserm seligen Führer hervorgehoben wurde, wir brauchen ein finanzielles Instrument für den ganz genau bestimmten Zweck, das Baseler Programm durchzuführen, welches nur von Palästina spricht und kein anderes Land als Palästina kennt. (Hört, hört!) Ich glaube, ich werde nachträglich die Zustimmung meiner englischen Kollegen finden. (Ruf: Gewiß!) Womit sind wir an das jüdische Volk herangetreten? Einzig und allein mit der Bitte: Gib uns die finanziellen Mittel, die idealen Bestrebungen zu verwirklichen, die nur in Palästina gipfeln und nur dort ihr Zentrum haben. Ich muß zugleich die psychologische Tatsache bemerken, daß damals die Frage von Cypern auf den Kongreß gebracht worden war und von diesem einstimmig abgelehnt wurde. Es handelt sich gar nicht darum, auf ein Grenzgebiet oder auf ein weiteres Gebiet in der Abfassung der Statuten Rücksicht zu nehmen und Geld dafür vom Volke zu verlangen. Einzig und allein Palästina, und nur Palästina, war die Absicht, die vorgelegen hat, und daraufhin hat das jüdische Volk den J. C. T. ins Leben gerufen. Nun, wie das «Wort in den Statuten ausgelassen oder hineingetragen worden ist, darauf möchte ich mich nicht einlassen. Es sind vielleicht Bedingungen gewesen, auf welche wir nicht eingehen können. Glücklicher- oder unglücklicherweise ist das Wort in den Statuten ausgelassen worden, aber als darauf aufmerksam gemacht wurde, hieß es: Das ganze Statut hängt vom Prospekt ab. Es wird vor dem Prospekt ruhen, d. h., es steht unter der Vorschrift des Prospekts, wo nur von Palästina die Rede war. (Greenberg und C o w e n machen Zwischenrufe in englischer Sprache.) Ich werde darauf aufmerksam gemacht, daß in dem Prospekt stand: „Palästina und andere Länder". Ich akzeptiere, es war eine legale Formulierung, wobei aber Palästina das einzige Land war, welches im Geist des jüdischen Volkes gelegen war. (Lebhafte Zustimmung.) Es haben sich nachher verschiedene Strömungen in unserer Mitte entwickelt, die ich trotz der scharfen Stellung, die ich damals eingenommen habe, berühren will. Nur als historische Tatsache will ich hervorheben, daß eine Uganda¬ oder ostafrikanische Frage in das zionistische Programm hineingebracht worden ist. Nun entstand die Notwendigkeit, diese Formulierung straffer zu fassen, um der -Möglichkeit einen Riegel vorzuschieben, daß — ich