Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 181)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 183 — Verstand. (Sehr richtig!) Appellieren wir nicht immer an die Galerie, ziehen wir genau in Betracht, warum wir früher beschlossen haben, die Statuten zu ändern und warum jetzt dieser Beschluß umgeändert werden soll. Damals haben wir den Beschluß gefaßt, weil eine Gruppe von Leuten vorhanden war, die wußte, daß das Geld auch für Kolonisationszwecke in anderen Ländern verwendet werden könnte. Diese Herren sind aus unseren Reihen ausgeschieden; denn wer ehrlich und anständig ist, hat sich den Itoisten angeschlossen und behauptet nicht mehr, Zionist zu sein. Wenn wirklich der eine oder andere noch zweifelhaft ist, die Massen unserer Delegierten und Zionisten sind absolut Zionisten. Darüber kann kein Zweifel herrschen. Wenn Sie immer verdächtigen wollen und niemandem trauen, läßt sich die Bewegung überhaupt nicht durchführen. (Sehr richtig!) Die Tatsachen sind Ihnen berichtet worden, ich brauche Ihnen daher nicht mehr zu wiederholen, wie der Prozeß in London steht und wieviel Geld ausgegeben wurde. Bereits 2000 Pfund sind meiner Ansicht nach verschwendet worden von Geldern, die wir von den Aermsten der Armen erhalten haben. Eine zweite Aenderung ist die folgende: Wir haben geglaubt, als wir trotzdem auf der Aenderung der Statuten bestanden, daß wir dieselbe leicht durchführen, keine Opposition haben und wenig Geld ausgeben werden. Die Tatsachen haben das Gegenteil bewiesen. Eine Opposition ist aufgetreten, die Kosten sind enorm und werden noch bedeutender werden. Wenn wir uns durch die Tatsachen nicht belehren lassen, tdaß dieser Antrag, der früher auf Grund anderer Tatsachen zum Beschluß erhoben wurde, einer Aenderung bedarf, so muß ich sagen, daß wir für die geschäftsmäßige Führung eines Geldinstituts absolut nicht brauchbar sind. (Beifall.) Man hat hier gesprochen von einer Diskreditierung der Bank. Diskreditieren können Sie sie nur dann, wenn Sie heute angesichts der Umstände, die Sie kennen, nochmals darauf bestehen, daß die Statuten abgeändert werden. Und dann spreche ich im Namen meiner Landsmannschaft, die am meisten für die Bank getan hat, im Namen der südafrikanischen Landsmannschaft: Wenn Sie so fortfahren, das Geld zu verschwenden für ein nichtsnutziges Prinzip (Heiterkeit), werden Sie von Südafrika keine Unterstützung erhalten. Wir in Südafrika sind praktische Menschen. Sie können Verträge und Statuten machen, so viel Sie wollen, wenn Sie den Leitern nicht vertrauen, kann man mit den Statuten machen, was man will. Man kann Sie doch betrügen. Sehen Sie zu, daß Leute in der Leitung sind, denen Sie Vertrauen schenken. Wenn Sie meinem Freund Greenberg nicht trauen, so eliminieren Sie ihn aus dem A. C. und wählen Sie einen andern! Aber wenn Sie heute noch darauf bestehen, die Statutenänderung vorzunehmen, heißt das nichts anderes, als den Leuten, die Sie noch nicht gewählt haben, ein Mißtrauensvotum zu geben. Da läßt sich überhaupt nichts machen und ist alles verloren. Ich kann mich dem A. C.-Vorschlage nicht anschließen, sondern kann angesichts der uns allen bekannten Tatsachen das vorschlagen, was jeder praktische Geschäftsmann sagen würde, daß das A. C. beauftragt wird, bis auf weiteres das Verfahren einzustellen. (Lebhafter Beifall und H ändeklatschen.) Präs.: Ich bitte die Herren Delegierten, die Plätze vor der Rednertribüne nicht zu besetzen, die Herren Stenographen müssen arbeiten und sind durch Sie gehindert. Del. Dr. Gaster (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt): Meine Damen und Herren! Sie sehen mich heute zum erstenmal in einem ganz anderen Charakter. Ich erlaube mir hier in einer Frage zu sprechen, in der Sie mir vielleicht die Kompetenz versagen werden. Ich werde aber versuchen, die Sachen ruhig und genau nach der Kennt-