Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 180)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476270--2757-3478897- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 182 — Del Dr. Kusenbaum: Mein Gedanke war, daß in der Bank Territorialisten sind, welche unsere Geheimnisse ausliefern. Das müssen Cowen und Greenberg bestätigen. Denn in einer anderen Angelegenheit wurden unsere Geheimnisse den Territorialisten überliefert und kamen in die Zeitungen. Wenn aber Cowen und Greenberg gefunden haben, daß ich das gemeint habe, so könnte ich nur ein russisches Sprichwort gebrauchen, — doch ich lasse es, da es nicht parlamentarisch ist. Jetzt will ich nur den Unterschied erklären, welcher zwischen meinem Antrage und dem Antrage des A. C. besteht. Das A. C. wünscht, daß die Sache ohne weiteres dem E. A. C. und den Juristen übergeben werde. Ich sage: Der Kongreß muß seinen Wunsch, daß die Statuten geändert werden sollen, als eine Resolution aussprechen, über die Frage der Möglichkeit soll das E. A. C. mit den Juristen entscheiden. Dies hat nicht nur eine prinzipielle, sondern auch eine praktische Seite, denn es ist möglich, daß der Richter jetzt darauf hält, was wir hier sprechen, und deshalb bitte ich, mein Amendement anzunehmen. Herr Greenberg hat auch etwas mitgeteilt, was mich persönlich nicht sehr angenehm berührt hat. Er sprach von seiner Opferwilligkeit; wenn der Kongreß beschließt, daß die Statuten geändert werden sollen, wird er mit uns gehen. Das hängt aber nicht von Greenberg allein ab. (Lebhafter Beifall.) Del. Dr. Glücksolin: Geehrter Kongreß! Ich möchte mich gegen* Herrn Dr. Hey mann wenden. Es hat mich sehr gewundert, daß ein so zielbewußter, konsequenter Zionist wie Dr. Heymann ein Kompromiß vorschlagen konnte, daß wir auf die Aenderung der Statuten verzichten sollen. Wir wissen genau, diaß sich schließlich doch ein prinzipieller Gegensatz bei dieser Frage herausstellen wird. Es wurde schon hervorgehoben, daß es sich darum handelt, den Ugandismus in irgend einer Form weiter zu behalten. Herr R e s e k sagte, wir wollen unser Renommee bewahren. Ich glaube, daß wir auf diese Weise nicht unser Renommee bewahren, sondern uns vor der ganzen Welt unsterblich blamieren. Seit sieben Jahren haben wir immer beschlossen, einmal die Statuten klipp und klar festzustellen, damit eine solche Verwirrung und Kraftvergeudung, wie wir sie in den letzten zwei Jahren erlebt haben, unmöglich gemacht wird. Schließlich sollten wir nicht in der Lage sein, das durchzuführen, weil eine kleine Gruppe dagegen agitiert und unsere exekutiven Organe nicht die Energie besitzen, unsere Beschlüsse zu verwirklichen? Es ist sehr traurig, daß die Sache mit so großen Kosten verbunden ist, aber ist die Sache schon einmal in die Oeffentlichkeit gekommen, so hieße es die "Flinte ins Korn werfen, wenn wir auf die Aenderung der Statuten verzichten würden. (Lebhafte Zustimmung.) Daß man den Antrag dem engeren A. C. überläßt, kann ich nicht billigen, weil wir noch nicht wissen, wie das Komitee zusammengesetzt sein wird. Bei der gegenwärtigen Sachlage wisser» wir, daß ein Mitglied nicht das getan hat, .was seine Pflicht gewesen wäre als Mitglied der Exekutive. (Del. Greenberg: In welcher Weise hat dieses Mitglied seine Pflicht nicht erfüllt?) Wir haben verschiedene Ansichten gehört, ob eine Möglichkeit vorliegt oder nicht, den Prozeß zu gewinnen. Ich kann mir kein Urteil anmaßen, aber wenn 'uns von zuständiger Seite, von einem Juristen wie Dr. Rosenbaum, erklärt wird, daß die Möglichkeit vorhanden ist, kann man nicht ohne weiteres behaupten, daß es unmöglich ist, und es ist gerade kein Zufall, daß gerade die zionistischen Mitglieder diese Unmöglichkeit nicht einsehen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Keßler (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt): Geehrter Kongreß! Ich bin durchaus der Ansicht, die von Dr. Daiches geäußert wurde, daß wir in einer Angelegenheit, die ein Geldinstitut betrifft, uns nicht an Sentiments zu wenden haben, sondern an den kühlen