Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 177

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 177 (sequence 175)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3476254-3476270--2752-3478892
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 177 — pflichtet, da er mich persönlich aufgefordert hat, hier Rechenschaft abzugeben über meine Tätigkeit in der Bank. Seitdem ich hier im Kongreß bin, ist mir gesagt worden, daß ich mein möglichstes getan habe, um mich allem zru widersetzen und allem entgegenzuarbeiten. Ich erkläre hiermit, daß das die absolute Unwahrheit ist. Ich war und bin noch gegenwärtig durchaus gegen die Abänderung der Statuten der Bank. Ich habe erst kürzlich einen Brief an die Generalversammlung geschrieben, worin ich erklärt habe, daß ich durchaus gegen die Abänderung der Statuten bin. Nachdem aber der Kongreß entschieden hatte, daß die Statuten geändert werden sollen, habe ich nicht das geringste getan, um mich den Beschlüssen des Kongresses zu widersetzen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.)' Ich hatte ein Gerücht gehört — aber nur ein Gerücht —, daß die Herren Zangwill und Clemens Salamon sich der Aenderung der Statuten widersetzen werden. Es war das erstemal, daß ich offiziell davon verständigt wurde, daß ein Einspruch bei den Gerichten gegen die Aenderung der Statuten eingelegt wird, als ich von unserm Anwalt ein Schreiben bekam, worin die eidesstattlichen Erklärungen enthalten waren, die Zangwill und Clemens Salamon abgegeben hatten. Dann erst wurde mir mitgeteilt, daß von uns der Sollicitor Mr. Warmington engagiert worden sei, um für uns einzutreten. Da sah ich erst, daß die Sache1 .wirklich ernst sei. Es ist mir auch bekannt, daß Herr Warmington in England die Rolle eines Spezialadvokaten einnimmt und natürlich, da er ein Spezialist in seinem Fache ist, wußte ich, daß er auch ein ganz! spezielles Honorar zu bekommen hat, welches mindestens 70—100 Pfund betragen werde. Ich kam zur Schlußfolgerung, daß es für uns mindestens geraten sein würde, Herrn Zangwill, wfenn möglich, zur Zurückziehung seiner Opposition zu bewogen. Ich war der Meinung, daß jedenfalls sehr viel dafür spreche, daß wir die Möglichkeit haben würden, Herrn Zangwill dazu zu bewegen. Daher telephonierte ich diesbezüglich unserm Advokaten am Sonnabend und sagte ihm, er solle keinesfalls den Auftrag dem Spezialadvokaten Warmington übergeben, bis ich mich mit Herrn Wolffsohn beraten habe. Mr. Lewis entgegnete mir darauf, daß er einen direkten Auftrag von Köln habe. Ich war über diese Angelegenheit so kolossal erzürnt, daß ich Herrn Lewis drohte, daß, wenn er bereits Sonnabend Mr. Warmington den Auftrag erteilen würde, anstatt bis Montag zu warten (zumal Herr Warmington am Sonntag überhaupt nicht arbeiten konnte), ich persönlich gegen die Abänderung der Statuten opponieren würde. Herr Lewis war daraufhin so gut, mir zu versprechen, daß er den Auftrag Mr. Warmington vor Montag nicht übergeben werde, und ich schrieb Herrn Wolffsohn einen langen Brief. Herr Wolffsohn telegraphierte mir zurück, daß er nicht meine Ansicht teilen könne!und daß Mr. Warmington engagiert werden müsse. Daraufhin sagte ich sofort zu unserm Advokaten, ich habe nichts weiter gegen Herrn Warmington einzuwenden. Präs. (unterbrechend): Ich möchte nur bemerken, über uns hängt immer das Damokles-Schwert der Zehnminuten-Redezeit. (Rufe: Das hat nur für die Generaldebatte Gültigkeit gehabt!) Del. Greenberg (setzt seine Rede in englischer Sprache fort). Del. Keßler (übersetzend): Der Verzug, welchen ich beantragte, daß die Uebergabe von Sonnabend bis Montag verschoben werde, war der einzige Verzug, der durch mich erfolgt ist. Es ist ganz selbstverständlich, daß ich diese Verzögerung nur deshalb veranlaßte, um eben zu verhindern, daß das Geld unseres Trusts ganz nutzlos verschwendet werde. Nachdem Herr Wolffsohn so entschieden hatte, habe ich alles getan, um unsern Prozeß zu fördern. Es wurde von verschiedenen Seiten erwähnt, daß sowohl ich wie Mr. Cowen die Ursache der Opposition waren, weil Zangwill aus unseren Aussagen zitiert hat.- Aber er hat auch Aussprüche Dr. Herzls zitiert.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.