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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 176

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 176 (sequence 174)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2751-3478891
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— 176 — * V und einen interessanten Fall für den Arzt bildet. Es wird folgendes geschehen: Wir haben bis jetzt Prozeßkosten von 1500 Pfund gehabt, das sind 30000 Mark. Die Gegenpartei hat 1000 Pfund Kosten gehabt, also 20000 Mark, das macht zusammen die Kleinigkeit von 50000 Mark. Jede weitere Verhandlung kostet im Minimum noch einmal mehrere hundert Pfund, infolge der außerordentlichen Teuerung der englischen Rechtsverfolgung. Daß die Sache beim nächsten Termin zu Ende gehen kann, ist ganz aussichtslos, denn erstens haben die Anwälte kein sachliches Interesse, den Prozeß rasch zu Ende zu führen, und zweitens sind sie persönlich interessiert, daß sie die Sache bis zur letzten Kleinigkeit entschieden .sehen wollen. Es ist außerdem selbstverständlich, daß bis Ostern die Sache nicht erledigt sein kann, denn der Gegner wird die Einwendung erheben, daß sich aus den verschiedensten Teilen der Welt überhaupt eine Uebersicht nicht gewinnen lasse. Die ständige Praxis alles englischen Rechtes in solchen Fällen ist, nicht zu entscheiden * nach Recht und Billigkeit und nicht nach dem, was dem Richter gut scheint, sondern nach Erschöpfung der ganzen Angelegenheit. Das wird in zwei Jahren noch nicht der Fall sein, bis dahin werden aber weitere 10000 oder 15000 Pfund Kosten auflaufen und wir werden die Dividenden für viele Jahre opfern müssen. Die Folge wird sein, daß unsere Bank in eine äußerst prekäre Lage geraten wird. Wir sind eine kleine Bank und eine Tendenzbank, die ein politisches Interesse vertritt. Wir werden nicht ernst genommen und laufen Gefahr, jeden Kredit zu ruinieren, wenn wir theoretische Prozesse führen, die praktisch keine Bedeutung haben; die Folge wird sein, daß es in der Bankwelt heißen wird, man kann mit einem (Institut nicht arbeiten, das nicht kaufmännisch geleitet wird, sondern von den Statuten abhängig ist, während doch die Statuten Stabilität garantieren sollen. Was wird der Prozeß nützen? Kommt eine andere Majorität, wird sie vielleicht wieder die Statuten ändern? Diejenigen aber, die auf deim alten Standpunkt stehen, werden wieder Prozeß führen, unser ganzer moralischer Kredit geht dahin und wir bleiben für alle Zeiten eine Winkelbank. Als wir eine Bank gründeten, geschah es mit einem bestimmten Zwecke, wir wollten, daß das Institut allmählich Kredit gewinne und Aktionäre bekomme. Dazu ist es aber notwendig, eine stabile Dividende zu verteilen. Eine Dividende, die sich dauernd unter dem Kurse hält, wird nicht ernst genommen. Wir haben mit den Finanzleuten zu rechnen, und wenn wir wollen, daß sie unsere Aktien kaufen, so haben diese Leute, die nicht alle Zionisten sind, das Recht, zu verlangen, daß wir die Aktien so weit verzinsen, wie es auf dem Kapitalsmarkt üblich ist. Dies ist aber noch nicht gelungen. Dies ist der Grund, weshalb wir keine Aktien verkaufen und keine Kapitalskraft in unsere Organisation bringen. Hätte unsere Bank die Möglichkeit, im Orient durch Kredite zu arbeiten, und wäre sie nicht mit ihren lumpigen fünf Millionen ein kleines Winkelinstitut, so würde unsere Bewegung eine Stoßkraft erlangen. Die Leute, die wir brauchen, sind die Finanzjuden, und bei diesen kompromittieren wir uns. Wer soll uns denn Geld geben, wenn nicht die reichen Juden? Wir können nicht mit armen Studenten eine große Bewegung zu Ende führen. Also, meine Damen und Herren! Der Prozeß in seiner gegenwärtigen Form ruiniert den Kredit unserer Bank und macht es uns in Wirklichkeit auf Jahre hinaus unmöglich, Dividenden z,u zahlen. Er gefährdet unser Kapital und hat praktisch keinen Zweck. Aus diesen Gründen bitte ich, den Antrag des A. C. anzunehmen und die Sache zur endgültigen Entscheidung dem Ausschuß zu übergeben. Wir werden dann zu einer Einigung kommen und wenigstens einen starken und moralischen materiellen Schaden vermeiden können. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Greenberg (lebhaft akklamiert — spricht englisch). Del. Keßler (übersetzt): Ich bin dem Herrn Dr. Rosenbaum ver-

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