Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 168)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 170 — teile, möchte ich mitteilen, was das A. C. beschlossen hat: „Der Kongreß möge die Angelegenheit der Abänderung der Statuten dem E. A. C. und drei vom Kongreß zu wählenden Juristen übertragen/' Das ist der Antrag des großen A. C.; nunmehr erteile ich das Wort Herrn Dr. Heymann. Del. Dr. Heymaim: Geehrter Kongreß! Ich glaube, daß der Antrag, den eben unser Herr Präsident vorgelesen hat, unsern einstimmigen Beifall finden wird, er deckt sich im wesentlichen mit dem Antrage, den Herr Dr. Rosenbaum gestellt hat und der dahin geht, die Sache möge zur Entscheidung dem E. A. C. und einem Forum von Juristen übertragen werden. Wir als Kongreß, als große politische Versammlung, sind ja in keiner Weise in der Lage, uns in diesem Gewirr juristischer Schwierigkeiten zurechtzufinden und in diesem Wirrsal eine zweckentsprechende Entscheidung zu treffen. Wenn ich hier das Wort ergriffen habe, so habe ich es nur deswegen getan, um gegenüber den Ausführungen des Dr. Rosenbaum, die mir zu sehr das ausschließlich juristische Moment zu betonen schienen, einmal auf das Politische und Praktische hinzuweisen. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Welchen Zweck soll heute noch die Aenderung der Statuten überhaupt haben? (Lebhafter Beifall.) Wollen Sie einmal überlegen: Die Gelder unseres J. C. T. sind heute schon, wenn man das Aktienkapital der A. P. C. und den sehr großen Kredit, den der J. C. T. unserer Palästinabarik gegeben hat, in Betracht zieht, im Orient investiert, und zwar nicht so, wie man irgend einem Orientalen einen bestimmten Kredit gibt, sondern wir haben im Orient unsere ganze Bankorganisation, wir haben unsere Bankfilialen und, wie Sie gehört haben, wird in kurzer Zeit eine weitere und zwar große Filiale dazukommen, und die Leitung unserer Bank erklärt, daß damit die Mittel unseres J. C. T., soweit sie heute vorhanden sind, die fünf Millionen, überhaupt im wesentlichen angelegt sind. Es bleibt also, wenn man nicht späterhin alle die geschaffenen Filialen wieder zerstören will, praktisch nicht die Möglichkeit, außerhalb des Orients Kolonisationsunternehmungen vorzunehmen. Ich muß außerdem folgendes bemerken: Wir haben heute innerhalb des Zionismus eine erdrückende, absolut palästinensische Majorität und wir werden sie hoffentlich behalten. (Ruf: Das glaub' ich nicht!) Und wenn Sie heute die Statuten ändern, so können ja späterhin, sollte einmal eine nicht zionistische Majorität im Kongreß sein, die Statuten wieder geändert werden. Also ich glaube, wir tun aus rein praktisch-politischen Gründen am allerbesten, wenn wir die Sache möglichst auf sich beruhen und möglichst fallen lassen. Ich möchte noch ein Moment hervorheben. Durch den Prozeß werden notwendigermaßen die geschäftlichen Transaktionen unserer Bank nicht gerade in der allergünstigsten Weise berührt. Es steht fortwährend in allen Zeitungen von Prozessen, die die Bank führt. Wenn nun der Mann, der mit der Bank Geschäfte machen will, derartige Dinge liest, sagt er sich unwillkürlich: Da scheint doch etwas nicht in Ordnung zu sein, vielleicht gehe ich zu einer anderen Bank. Das ist ganz klar. Ich glaube, wir werden auch diesen Gesichtspunkt .nicht aus den Augen verlieren dürfen. Dazu kommen die Kosten. Der gesamte Jahresgewinn unseres J. C. T. betfug in den letzten Jahren 6—8000 Pfund. Jetzt nehmen Sie die Kosten, die eben Dr. Katzenelsohn Jhnen vorgeführt hat, und vergleichen Sie sie damit, Sie werden .sehen, daß ein ganlz! beträchtlicher Teil des Jahresgewinnes auf diese Kosten geht und dadurch notwendigermaßen die Dividende und die Stellung unserer Bank geschmälert werden muß. Dazu kommt noch eins: die Idee einer eventuellen Rückzahlung eines Teiles der Aktien. Die entfernte Möglichkeit muß in zionistischen Kreisen eine derartige Beunruhigung hervorrufen, daß schon dieses Moment allein genügen sollte, um uns zum Verlassen dieser Sache zu führen. Ich glaube,