Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 169 (sequence 167)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 169 — wenn das früher geschehen wäre. Es ist aber noch ein wichtiges Moment hervorzuheben. Wenn ich jemandem irgend etwas auszuführen gebe, so muß ich eine Person wählen, welche dafür ist; wer dagegen ist, wird immer Schwierigkeiten machen. Wir haben die Ausführung der Sache Leuten übergeben, die dagegen waren. (Hört, hört!) Und es war ein leichtes für den Advokaten von Zangwill, zu behaupten, es sei nicht wahr, daß die Leute die Aenderung wollen. Schauen Sie: der Governor der Bank, der im Namen des Aufsichtsrates spricht, ist dagegen (hört!), der Direktor der Bank, welcher in London w7ohnt, auf den also der Richter großes Gewicht legen muß, ist dagegen, und Zangwill hat es in einem Affidavit beschworen. Wie sollte der Richter da nicht sagen, das ist nicht ganz glatt, da muß man behutsam sein. Es ist aber noch etwas in die Erscheinung getreten, daß — wir wissen nicht, auf welche Weise — der Advokat von Zangwill solche Sachen aus unseren Dokumenten gehört hat, die nur Leute wissen, die mit unseren Angelegenheiten sehr vertraut sind (hört, hört!), und darauf hat man sich berufen. Was hat nun der Richter gesagt? Die natürliche Antwort wäre: Wenn es bei euch so zugeht, wenn ein Mitglied des engeren A. C., wenn der Vertreter des Aufsichtsrates, wenn die Direktoren der Bank dagegen sind und wenn wir von einer eigentlichen Generalversammlung gar nicht reden können, so kann ich natürlich nicht zu Ihren Gunsten entscheiden. Das hat der Richter aber nicht gesagt, er hat vielmehr gesagt: Ich will mir Klarheit verschaffen, Klarheit, wie die Aktionäre es meinen. W i r müssen ja auch sagen, daß die Statuten geändert werden müssen, wenn die Majorität dafür ist. (Lebhafter Beifall.) Sollte die Majorität dagegen sein, wären wir auch dagegen. Darum handelt es sich ja. Es hat noch nie ein Advokat seinem Klienten die Versicherung gegeben, daß der Prozeß beim ersten Male werde gewonnen werden. Ein Verschieben des Prozes'ses ist so gewöhnlich, daß man darin weiter nichts erblickt. Man muß hur wissen, zu welchem Zweck die Verschiebung stattgefunden hat. Wird der Prozeß verschoben zum Behufe einer Beweisführung, die für mich günstig ist, sage ich, die Sache ist gestärkt. Bevor der Prozeß begann, wußten wir nicht, was der Gegner sagen wird. Jetzt wissen wir, daß der Richter die Sache davon abhängig macht, daß die Majorität dafür ist. Diesen Beweis haben wir zu schaffen. Wenn eine solche -Beweisführung gefordert wird, so steht der Prozeß günstiger als im Anfang. Und welchen Rat gibt man uns jetzt? In dem Momente, wo der Richter sagt, ich weiß nicht, ob der Beschluß der Generalversammlung ein fingierter ist, da sollen wir uns zurückziehen? Das heißt, wir sollen bestätigen, daß unsere Beschlüsse null und nichtig sind. Das können wir nicht. (Lebhafter Beifall.) Ich müßte deshalb sehr darauf beharren, daß unser Advokat entweder selbst an der Debatte teilnimmt oder, wenn dem durch die gestrige Besprechung vorgegriffen wurde und man den Advokaten bewogen hat, an der Debatte nicht teilzunehmen, so soll er Anteil nehmen an einem kleinen Komitee, in welchem die Sache weitergeführt werden möge. Ich möchte die . Sache nicht auf die Spitze treiben, sondern einen Ausweg suchen, und der wäre folgender: wir wollen nicht sagen, der Prozeß wäre ä tout prix zu führen. Nein! Vorläufig sollen bloß alle Schritte getan werden, welche zur Weiterführung des Prozesses notwendig sind. Es soll aber dem E.;A. C. mit Hinzuziehung von drei oder vier Advokaten, die Sie wählen werden, vorbehalten werden, jeden Augenblick zu beschließen, was notwendig ist. Eins halte ich aber schon jetzt für notwendig. Man sagt oft, die Statuten sind nicht wichtig, wählt nur Leute, zu denen ihr Zutrauen habt! Ich sage: Wählt keine Leute, zu denen ihr kein Zutrauen habt. (Beifall.) Präs. Wolffsolm: Bevor ich dem nächsten Redner das W^ort er-