Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 140 (sequence 138)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 140 — und man darf wohl erwarten, daß während dieses Kongresses oder wenigstens bis zum Winter die noch fehlenden Baume gestiftet sein werden. Wenn alle Landsmannschaften ebenso eifrig gesammelt hätten wie die deutsche, die 2200 Bäume, also fast den vierten Teil des Herzlwaldes aufgebracht hat, so wären wir in der Lage, statt eines Herzlwaldes drei Herzlwälder zu pflanzen. Außer Deutschland "hat sich eigentlich nur noch Amerika, wenigstens in der letzten Zeit, um die Oelbaumspende bemüht, auch Rumänien und einige Teile Oesterreichs haben etwas geleistet, hingegen haben außer Rußland, wo ja Entschuldigungsgründe genug vorhanden sind, auch England, Südafrika, Argentinien, Kanada leider recht wenig in dieser Hinsicht gebracht. Wir glaubten erwarten zu dürfen, daß jeder Zionist im Laufe der zwei Jahre mindestens einen Baum dem verehrten Begründer unserer Bewegung widmen würde, dann wären wir jetzt in der Lage, nicht einen, sondern acht bis zehn Herzlwälder zu pflanzen. Was die Verwaltung der Oelbaumspende betrifft, so wird dieser Kongreß wohl diesbezügliche Beschlüsse fassen müssen. Bis zur Organisation der Verwaltung des Nationalfonds hat die Palästinakommission die Aufgabe gehabt, den Landbesitz; der Partei in Palästina zu verwalten; jetzt ist dies Sache der Nationalfonds Verwaltung. Was aber die Oelbaumspende betrifft, so läßt sie sich den Statuten des Nationalfonds nur schwer unterordnen und 'wird daher wohl besser getrennt vom Nationalfonds verwaltet werden. Die drei noch aus der Herzischen Zeit stammenden Projekte, landwirtschaftliche Versuchsstation, Lehrfarm und genossenschaftliches Gut, haben leider kaum Fortschritte zu verzeichnen. Einerseits ist der bisher nötige Landerwerb noch nicht vollendet, anderseits existieren noch prinzipielle Meinungsverschiedenheiten im A. C. und in der Nationalfondsverwaltung betreffs der Ausführung der Projekte; vor allem fehlt aber auch noch das Geld zur Durchführung derselben. Die Ansicht der Palästinakommission ist die, daß wir aus prinzipiellen Gründen an den zur Zeit Herzls gefaßten Beschlüssen festhalten sollten; übrigens halten wir eine landwirtschaftliche Versuchsstation für eine absolute Notwendigkeit für Palästina, eine Lehrfarm ist jedenfalls überaus nützlich, und ein genossenschaftliches Gut ist ein eminent wichtiges sozial-wirtschaftliches Experiment. Sobald das Land in Athlit uns übergeben wird, soll sofort mit der Einrichtung der Station, vorläufig als einfache Versuchsfarm, begonnen werden; die Lehrfarm hat Zeit, bis das Land bei Hattin erworben, resp. zusammengelegt ist, während das genossenschaftliche Gut auf Duleikah-Ümeljunn am Jordan beim Ausfluß aus dem Tiberiassee zuerst durch eine