Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 137

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 137 (sequence 135)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3476254-3476270--2712-3478852
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 137 — Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Berlin begründet worden. Der Zweck des Syndikates ist, die verschiedenen industriellen Möglichkeiten Palästinas auf ihre Rentabilität hin zu prüfen, 'und falls die Untersuchung günstige Resultate zeitigt, Industriegesellschaften hierfür zu, gründen resp. private Unternehmen hierfür zu gewinnen. Es liegen schon eine Anzahl Projekte vor, und einige derselben werden jetzt gerade in Palästina durch Sachverständige geprüft. Stellt sich heraus, daß es dem Syndikat gelingt, das jüdische Kapital für den Zweck zu mobilisieren, so ist eine Kapitalerhöhung des Syndikates ins Auge zu fassen, damit dieses Syndikat, wie die im Orient arbeitenden belgischen, französischen und deutschen Syndikate, auch an größere Betriebe, speziell bergbauliche und Transportunternehmungen, Beleuchtung, Kanalisation, Kraftanlagen, Be- und Entwässerungsunternehmungen herantreten kann. Von zionistischer Seite ist den Syndikatsbestrebungen gegenüber verschiedentlich betont worden, daß die Einleitung derartiger Unternehmungen eigentlich Sache der Bank sei; demgegenüber ist aber zu bemerken, daß die Anglo-Palestine Co. noch auf Jahre hinaus zu viel mit den einfachen Bankgeschäften und der Gründung neuer Filialen zu tun haben wird, um die Gründung neuer Gesellschaften mit Erfolg in die Hand nehmen zu können; auch wird ihr geringes Kapital wohl auf absehbare Zeit durch die gewöhnlichen Bankiergeschäfte völlig absorbiert sein. Der Jewish Colonial Trust aber, der eher hierzu berufen und imstande wäre, hat eine zu komplizierte Verwaltung, um Geschäfte, bei denen es in erster Linie auf schnelle Ausnützung zufälliger Chancen ankommt, selber unternehmen zu können; hingegen ist, falls sich unser Versuch bewähren sollte, bei einer Kapitalerhöhung des Syndikates eine stärkere Beteiligung des Jewish Colonial Trusts ins Auge zu fassen. Im letzten Monat wurde auch der Grundstein gelegt zu einer Arbeiterheimstätten-Genossenschaft, welche den Zweck verfolgt, den jüdischen Arbeitern (speziell den ländlichen) die Möglichkeit zu geben, mittels langsamer Amortisation und niedrigen Zinssatzes mit der Zeit Besitzer einer Heimstätte, bestehend aus Haus und zirka 1/2 ha Gemüseland, zu werden. Vorläufig hat sich hierzu in Berlin ein kleines vorbereitendes Komitee gebildet, welches sich mit der Anglo-Palestine Co., juristischen Sachverständigen und mit den Kolonien in Verbindung gesetzt hat, um die rechtlichen Grundlagen für diese Institution festzulegen. Die Anteile der Genossen sollen nicht unter 20 Mark (resp. 1 Pfd. St.) betragen, und es sollen nicht über .3o/o Dividende verteilt werden; der Ueberschuß soll, soweit er nicht durch die Verwaltung verbraucht wird, dem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.