Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 123)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 125 — eine solche Tatsache muß doch in einem Berichte verzeichnet werden, der Tatsachen zu verzeichnen hat. Das soll man nicht durch eine quasi demokratische Parole verzerren, die vielleicht für manche Volksversammlung paßt. Man spricht so höhnisch darüber, als wäre es eine Beleidigung für Palästina, daß erwähnt worden ist, die Eindrücke, die man aus Palästina mitgebracht hat, seien so gut gewesen. Nun, geehrter Kongreß! Ich kenne noch eine Persönlichkeit, die einmal veranlaßt hat, daß man nach Palästina gehe und von dort Eindrücke mitbringe, das war Möschen Rabenu. Meraglim hat er nach Palästina geschickt, — und sie haben schlechte. Eindrücke mitgebracht. Jetzt bringen aber glücklicherweise die neuen Meraglim gute Eindrücke mit. Damit soll nicht gesagt werden, daß wir uns erst über Palästina informieren müssen und uns täuschen wollen. Lassen Sie nicht diese Richtung kleinlicher Nörgelei zur Geltung kommen, denn das ist wirklich eines großen Kongresses nicht würdig. Was den andern vermeintlichen Optimismus des Berichtes anbelangt, muß ich dagegen mit aller Energie protestieren. Ich empfehle Ihnen, daß Sie den Passus noch einmal lesen, in dem auf alle Unzulänglichkeiten hingewiesen ist, vielleicht auf eine energischere und ausdrucksvollere Art, als sämtliche Oppositionsredner dies getan haben. Ich gebrauche diesen Ausdruck nur als fagon de parier, denn ich sehe in diesem Punkte wirklich keine andere Opposition, als ich sie selbst gemacht habe. Auf einen Mangel an Folgerichtigkeit möchte ich noch Ihre Aufmerksamkeit lenken. Es ist schon soviel darüber gesagt und immer wiederholt worden, daß man im Zionismus zu wenig das jüdische, das nationale, das kulturelle Element zur Geltung kommen lasse. Erst jetzt erscholl der Ruf: Hebräisch! Nun hat man von seiten des A. C. den Versuch unternommen, ein kleines Blättchen in hebräischer Sprache erscheinen zu lassen, und schon hört man Proteste dagegen. Ich plädiere keineswegs für die Erhaltung eines Blattes in dieser oder jener Form; so begeistert ich für die Erhaltung und Förderung der hebräischen Literatur im ganzen eintreten werde, so gleichgültig ist mir das Erscheinen des einen oder des anderen Blattes. Diese Oekonomie erinnert mich aber an die Geschichte eines polnischen Schlachzizen, der einmal sein Jahresbudget einer Prüfung unterzogen, da er den Eindruck hatte, er habe zu viel Ausgaben gemacht. Unter den Aufstellungen fanden sich Ausgaben für Reisen nach Monte Carlo und für andere kostspielige Vergnügungen. Diese Posten ließ er ungeändert stehen. Er fand aber auch eine Aufstellung, das Abonnement eines kleinen literarischen Blattes; da sagte er