Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 119)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 121 — Der Unterschied zwischen Theodor Herzl und uns ist der: Herzl war für praktische Arbeit, aber er. war dafür, daß man darüber nicht reden solle. Und die heutigen Praktischen reden, aber was sie Praktisches schaffen, habe ich nicht" gesehen. (Demonstrativer Beifall und Händeklatschen.) Ich will nur nur ein Beispiel anführen: Man hat von einer Agrarbank gesprochen. Ich bin nicht umsonst in Konstantinopel gewesen, ich habe mich bemüht und geforscht. Die Jahreskonferenz hat tins einen Auftrag gegeben, — wir haben versucht, ihn auszuführen. Aber die Sache ist unausführbar — und das berichtete ich. Es existiert in der Türkei keine Agrarbank, weil das den türkischen 'Gesetzen widerspricht. Und doch hören wir immer wieder: Eine Agrarbank muß gegründet werden. Der Kongreß soll eine Kommission einsetzen, um die Agrarbank zu schaffen. Das, geehrter Kongreß, ist keine Methode praktischer Arbeit. Wer wirklich etwas arbeiten will, der arbeitet und —schweigt, und bringt nicht den Entshluß, daß man etwas arbeiten will, in die Zeitungen, damit die Arbeit nicht von vornherein verdorben werde. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Herr Dr. Pasmanik hat davon gesprochen: ^Vir wollen einen Führer, der uns führt. — Ich habe das Gefühl, DT. Pasmanik steht auf den Standpunkt: „Und der König absolut, wenn er unsern Willen tut44. Aber ich habe nicht bemerkt, daß Sie sich immer „führen lassen", wenn es mit Ihren Wünschen nicht übereinstimmt. Ich könnte Beweise anführen, daß die Sache mit der Führerschaft nicht so einfach ist. Und dann, wir wollen uns darüber klar sein. Wenn Sie von mir erwartet haben, daß ich soviel leisten werde, wie Herzl, dann bin nicht ich schuld, wenn Sie enttäuscht sind, sondern Sie. Dr. Pasmanik gab uns einen ausgezeichneten Rat. Er sprach — ich war selbst davon hingerissen —: Wenn wir arbeiten werden, dann werden wir auch Geld haben. Diesen Rat möchte ich Dr. Pasmanik für Rußland geben! (Lebhafte Zustimmung. Del. Dr. Pasmanik: Wir haben gearbeitet!) Arbeiten Sie auch zuerst dort ohne Mittel, und dann werden Sie ja iGeld haben! (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Es ist gut, meine ich, wenn man sich einmal über diese Dinge ausspricht. Ich habe vor zwei Jahren das Bureau übernommen, und von einem Lande, wo die meisten Zionisten wohnen, für 1905/1906 keine Schefcelgelder bekommen. (Dr. Pasmanik: Pogrome!) Jawohl, Pogrome, — und in diesem Jahre haben die Herren — zu ihrem Lobe sei es gesagt — für das Odessaer Komitee mehr gesammelt, als in früheren Jahren. (Hort! hört!) Und das zweite Jahr darauf hat man den dritten Teil davon geschickt, was sonst in Rußland an