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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 117

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 117 (sequence 115)
Language
German, English, Hebrew
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…/3476254-3476270--2692-3478832
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— 117 — .Vizepräs. Dr. Gaster: Die zehn Minuten sind um. (Rufe: Fortsetzen! — Lärm.) Wenn Sie lärmen, kommen wir zu keinem Ende. 'Generalredner Mayersohn: Ich endige schon. Mit zionistischen Schlagworten wird kein Judenstaat gegründet. Nur mit Taten wird eine zionistische Organisation geschaffen werden können. Vizepräs. Dr. Gaster: Das Wort hat der letzte der vier Generalredner, Herr Dr. L o e w e. Generalredner Dr. Heinrich Loewe: Hoher Kongreß! Ich werde auch nicht umhin können, mich zionistischer Schlagworte zu bedienen; denn nicht zu „Meissim" werde ich reden, sondern zu lebenden Menschen, und deshalb darf man sich nicht wundern, daß wir nicht aus Schlagworten herauskommen. Wenn ich auch aufgetreten bin als letzter Generairedner, um für das Ä. C. einzutreten, so hindert mich das nicht, auch ernste Kritik an den Taten und Nichttaten des A. C. zu üben. Ich hätte eine große Reihe von Bedenken vorzuführen, aber es mangelt mir dazu die Zeit, denn ich möchte die zehn Minuten nicht überschreiten. Ich bemerke aber, daß wir im Rechenschaftsbericht des A. C. einen Posten haben, der mich als Mitglied der Nationalbibliotheks-Kommission außerordentlich interessiert. Es sind da für die Bibliothek in Jerusalem 1622 Mk. 80 Pfg. ausgeworfen. Das ist eine schöne Summe, wenn auch nicht die 4000 Mk., die uns vom letzten Kongreß bewilligt wurden. Ich bemerke aber, daß ich niemals auch nur von einem Pfennig erfahren habe. (Hört, hört!) Offenbar sind diese Gelder ohne die Bibliotheks-Kommission, die allein hier zuständig war, anderweitig — natürlich «im Interesse der Bibliothek — verwendet worden. Das ist nicht geschäftsmäßig. Weiter ist aus der „Welt" zu ersehen, daß für außerhalb dieser Tätigkeit liegende Zwecke, für ein Wörterbuch 600 Mk. bewilligt wurden. Das war vom Kongreß nicht bewilligt worden. Was aber für die Bibliotheks-Kommission bewilligt worden ist, wurde nicht ausbezahlt. Das ist nicht richtig. Ich habe auch große Bedenken gegen die Redaktion und Geschäftsführung der „Welt", weniger gegen die Redaktion, als gegen die* Geschäftsführung, wobei ich nicht den Vorwurf erheben will, daß nicht nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet wird, wohl aber, daß die „Welt" — ich verstehe auch etwas vom Zeitungswesen — oft zu sehr akademischen Charakter trägt, daß sie zu sehr abstrakte Artikel bringt; sie ist nicht seicht genug, sie muß mehr ins Volk hineindringen, es müssen mehr Schlagworte in der „Welt" sein. (Beifall.) Es wird so viel Raum für Artikel verwendet, daß für die Berichte der Vereine nicht genug Platz bleibt. Nicht, als ob ich die Berichte der Vereine gern lesen würde, aber die Vereine wollen ihre Berichte lesen. Das „Lemberger Tageblatt" erscheint fünfmal, der „Wschöd" zweimal in der Woche und beide Blätter kosten der Partei keinen Heller, aber die „Welt" kostet jährlich zum mindesten 17000 Mk. Dies zeigt, daß wir es nicht verstehen, in richtiger Weise finanziell zu wirtschaften. Solcher Bedenken habe ich eine ganze Reihe gegen das A. C. und nehme keinen Anstand, sie vorzubringen, weil ich nicht glaube, daß eine solche Kritik die Stellung der A. C. jemals erschüttert. Wohl aber bemerke ich, daß das A. C. richtig gehandelt hat, wenn es sich nicht in die innerpolitischen Angelegenheiten der Landsmannschaften hineingemischt hat. Wir in Deutschland haben andere Gesichtspunkte als Oesterreich und Rußland. In Deutschland wohnen kaum viel mehr als eine halbe Million Juden; nirgends ist auch ein Kreis, wo wir auch nur eine ansehnliche Minorität hätten, um eine solche politische Rolle spielen zu können, wie in Oesterreich und Rußland. Die Verhältnisse bringen es mit sich, daß die innere Politik den Landsmannschaften überlassen werden muß, selbstverständlich unter Kontrolle der Parteileitung. Etwas anderes ist es,

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