Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 114)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 116 — Germanen, die Juden in Kroatien Kroaten, nur Jude wollte kein Jude sein. (Zwischenrufe: Das alles wissen wir!) Vizepräs. Dr. Gaster: Order! Order! Keine- Unterbrechungen! Generalredner Dr. Schulhoff: Betrachten Sie einmal den Schekelausweis. In Budapest sind 125000 Juden und nur 1200 davon sind Schekelzahler. Eine Exzellenz, mit der ich über den Zionismus sprach, sagte mir: Wie können Sie nur annehmen, daß man sich in Regierungskreisen mit einer solchen Bewegung befasse, der sich nicht einmal 4 von 1000 unter den Juden selbst anschließen? Meine Herren! Was kann das große A. C. mit der lächerlichen Ziffer von 60—80 000 Mark beginnen, um in Jerusalem oder in Palästina irgend etwas zu schaffen? Wenn wir wollen, daß die große politische Idee des Judentums sich zu irgend welcher Geltung emporringe, dann müssen wir alle, die wir hier sind, zu Aposteln werden, jeder in seinem eigenen Lande, und erst wenn wir eine Million Schekelzahler haben werden, dürfen wir verlangen, daß ein A. C. tatkräftig, zielbewußt und energisch etwas leiste. (Beifall und Händeklatschen.) Solange wir aber, meine verehrten Damen und Herren, nur hierhergekommen, um dem A. C. Vorwürfe zu machen, daß es mit diesem lächerlich kleinen Betrage nichts habe schaffen können, sind wir alle auf dem Holzwege. (Zustimmung). Ich beantrage daher, daß wir dem gesamten A. C, das in allen seinen Mitgliedern unser Vertrauen genossen hat und genießt — sonst hätten wir ja diese Herren nicht gewählt, man wählt doch Leute nicht, um nur an ihnen Kritik zu üben —, und, dieses Vertrauen in jeder Weise gerechtfertigt hat, das Absolutormm erteilen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräs. Dr. Gaster: Das Wort hat Herr Mayersohn. Die Zehnminuten-Bestimmung tritt in Kraft. (Beifall.) Generalredner Mayersohn (im Jargon): Der Rechenschaftsbericht weist keine Taten auf und ist nur von Sentimentalität durchtränkt. Für Palästina-Arbeit hat das A. C. nur winzige Summen ausgegeben. Bloß drei Prozent der Ausgaben wurden dieser Arbeit zugewendet. Da hat man mehr Geld für Briefe und Telegramme gebraucht. Ja, der Grabstein des Dr. Kokesch kostete beinahe ebensoviel. (Lebhafte Unterbrechungen. — Del. Dr. Marmorek: Es ist doch höchst unpassend, so etwas zu erwähnen! — Lebhafte Zustimmung.) Vizepräs. Dr. Gaster: Order! Order! Ich bitte um Ruhe. Unterbrechen Sie den Redner nicht. Generalredner Mayersolm: Ueber Palästina hören wir nur immer schöne Worte, aber keine Taten. Der Bericht erzählt uns, welchen Eindruck Herr Wolffsöhn in Palästina gewonnen hat, aber nicht, welchen er zurückgelassen hat. (Lebhafte Heiterkeit. — Beifall und Zischen im Saale und auf der Galerie.) Vizepräs. Dr. Gaster: Ich protestiere dagegen, daß sich die Galerie erlaubt, an den Berätungen teilzunehmen und irgendwelchen Gefühlen durch Beifall oder Zischen Ausdruck zu geben. Das ist absolut unziemlich und sobaldsich das noch einmal wiederholen sollte, werde ich die Galerie räumen lassen. (Lebhafter Beifäll und Händeklatschen.) Generalredner Mayersohn: Ich hoffe, daß mir die Zeit, die Sie gesprochen haben, nicht eingerechnet werden wird. (Schallende Heiterkeit.) Vizepräs. Dr. Gaster: Gewiß! Generalredner Mayersohn: Wir müssen hier viele Reden halten, weil wir wenig Taten zu verzeichnen haben. Allein, wir bedürfen nicht der Worte, sondern der Taten. (Zwischenrufe. — Rufe: Schluß!) Vizepräs. Dr. Gaster: Order! Order! Keine Zwiegespräche, der Herr Redner hat seine Zeit noch nicht ausgefüllt. Generalredner Mayersohn: Ich fordere reale Arbeit in Palästina, alles andere ist nichts. Die ganze Arbeit der einzelnen . . .