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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 115

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 115 (sequence 113)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2690-3478830
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— 115 — werden und kann hier nicht gelöst werden, am wenigsten durch schöne Reden. Allerdings ist es betrübend, wenn auf diese Tribüne Leute treten, wie Herr Trietsch, die sehr warm für die Palästina-Arbeit sprechen und betonen, daß es notwendig ist, daß wir alle wirtschaftlichen Positionen in Palästina besetzen, und derselbe Herr Trietsch im Privatverkehr den jüdischen Arbeitern sagt, daß er nicht zurückschrecken werde, sie durch arabische oder fellachische Arbeiter zu ersetzen. Aber, wie gesagt, das sind Privatangelegenheiten, die diesen Kongreß nichts angehen, aber sie sind charakteristisch für die Zustände in Palästina, und ich glaube, daß der Kongreß sich auch in dieser Beziehung klar werden muß, wie er die Kolonisierung, Festwurzelung und Festhaltung von jüdischen Arbeitern und besitzlosen Elementen in Palästina bewerkstelligen kann. Ich will mit einer Bemerkung schließen: Bis jetzt haben die Politiker, welche öffentlich-rechtliche Garantien betrieben haben, ausschließlich auf diesen Punkt ihr Augenmerk gerichtet. Gegenwärtig bemerken wir im Zionismus eine Wandlung, die darauf hinzielt, daß wir uns nicht darauf beschränken, das wirtschaftliche Vor- und Eindringen im Lande, die sogenannte Penetration economique durchzuführen. Wir können diese Wendung in der zionistischen Politik nur begrüßen. Sie darf aber nicht ausarten, sie darf sich nicht aus einer Politik des Oeffentlich-Rechtlichen in eine Politik des Privat-Rechtlichen verwandeln, wir dürfen nicht darauf das Hauptgewicht legen, Bodenbesitz, überhaupt jüdische Unternehmer in Palästina zu haben, es ist nicht Aufgabe des Zionismus, dafür zu sorgen, die leitenden, die stärksten, die kapitalreichen Elemente in Palästina jüdisch zu machen, sondern Aufgabe des Zionismus ist es, die arbeitenden Elemente in Palästina jüdisch zu machen, damit das Land wirklich jüdisch werde. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräs. Dr. Gaster: Bevor ich dem nächsten Redner, Herrn Schulhoff, das Wort erteile, glaube ich mir die Zustimmung des Kongresses zu erwerben, wenn ich versuche, die Wage gleichzuhalten. Herr Schulhoff ist „für" eingetragen. Da mir nun vorher widersprochen wurde, als ich sagte, daß es für Generalredner keine Ausnahmebestimmungen gebe, und der Herr Vorredner 20 Minuten öder länger gesprochen hat, so glaube ich — ohne damit einen Präzedenzfall für die späteren Redner schaffen zu wollen —, daß Herr Schulhoff, der ein Redner „für" ist, wenn er sie beansprucht, dieselbe Redezeit bekommen soll wie der frühere Herr Redner, der ein Kontra-Redner war. (Zustimmung.) Generalredner Sehulhoff: Hoher Kongreß! Ich bin das erstemal in Ihrer Mitte und ich muß gestehen, daß ich in gehobener Stimmung und mit überschwenglichen Meinungen den weiten Weg aus Kroatien hierher zurückgelegt habe, nicht etwa mit der Absicht, Ihnen hier meine besonderen Einfälle zu Gehör zu bringen — denn ich bin Bauunternehmer und darf keine Einfälle haben —. (Heiterkeit und Zwischenrufe.) Allein, gestatten Sie mir, Ihnen folgendes zu sagen: Ich höre hier eine Redeschlacht von Doktoren und Rabbinern und ich muß mich fragen, ob unserem hehren Zwecke damit gedient ist. Wenn Sie den Zionismus betrachten als eine wichtige, große Aktion, so dürfen Sie denselben nicht an sich betrachten, sondern müssen auch alle begleitenden Nebenerscheinungen mit in Betracht ziehen. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts entstanden die großen nationalen Bewegungen unter allen Völkern der Erde. Große wie kleine Nationen trachteten in der Entwicklung ihrer Sprache und ihrer Nationalität sich Von den anderen abzusondern. Nur den Juden war kein Messias erstanden, der ihnen gesagt hätte, daß auchT sie ihre eigene politische Tätigkeit beginnen sollen. Was entstand dadurch? Wir sehen, daß in aller Herren Ländern die Juden sich den anderen Nationalitäten mit einer Beharrlichkeit, mit einem Chauvinismus sondergleichen angeschlossen haben. Die Juden in Ungarn wollen Magyaren sein, die Juden in Deutschland

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