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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 114

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 114 (sequence 112)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2689-3478829
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— 114 — » lästma zu schaffen, aber keineswegs geeignet, in Palästina einen jüdischen Bauernstand ins Leben zu rufen. Und dann auch etwas Praktisches: In Palästina, wie in jedem unentwickelten Lande, sind die Prinzipien des Arbeitseigentiums noch ziemlich lebendig, und wenn der Boden des Nationalfonds, wenn er noch so sehr juristisch dem Nationalfonds gehört, durch Jahre hindurch von Fellachen bearbeitet wird, wird er schließlich ihr Eigentum, und es werden keine Verträge helfen. Auch darüber sollte sich das A. C. Rechenschaft geben. Ich bitte also den Kongreß, speziell dieser Frage sein größtes Augenmerk zuzuwenden, der Frage, wie man in Palästina, speziell in der palästinensischen Landwirtschaft, einen jüdischen Bauernstand schaffen kann. Man hat in letzter Zeit sehr viel über städtische Privilegien in Palästina gesprochen. Ich will nicht leugnen, daß Palästina geeignet ist, der Mittelpunkt des Handels und der Industrie zu werden. Dieses ,Land ist durch seine geographische Lage gerade dazu bestimmt. Aber man sollte aus der Not der jüdischen Landwirtschaft in Palästina keine Tugend machen, wenn die Landwirtschaft in Palästina bis jetzt mißglückt ist. Das müssen wir zugeben, daß es bis jetzt uns nicht gelungen ist, in Palästina einen jüdischen Bauernstand zu schaffen. Wir sollten daraus keine Tugend machen und sagen, wir brauchen in Palästina keinen Bauernstand. Das ist keine gesunde Politik, die im Interesse des Zionismus gelegen ist. (Ruf: Wer sagt das?) Vizepräs. Dr. Gaster: Es wurde mir früher in bezug auf die Geschäftsordnung widersprochen. Ich habe daher in der Geschäftsordnung nachgesehen und kann auf Grund derselben' nur nochmals konstatieren, daß sie keine Ausnahme bezüglich der Generalredner macht. Ich muß ferner Herrn Kaplansky bitten, wenn er noch fortfährt, sich an die Sache zu halten und nicht Fragen hier zu berühren, die morgen auf die Tagesordnung kommen. (Del. Wolff s ohn: Sie gehen in die Spezialdebatte ein!) Generalredner Kaplansky (fortfahrend): Ich sage, geehrter Kongreß, die Aufgabe des Kongresses sollte es sein, speziell die Richtschnur dem A. C. für seine landwirtschaftliche Politik in Palästina zu geben. Der Mittelpunkt dieses ganzen Kongresses muß die Realpolitik in Palästina sein. Der Mittelpunkt der realen Arbeit in Palästina muß die iLandwirtschafts-Politik werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Speziell aber muß dieser Kongreß sich nicht bloß darüber klar werden, wieso er in Palästina die Kolonisierung von Elementen fördern kann, die etwa ein Teilvermögen besitzen, um dann mit Hilfe des Kredits weiterzukommen, sondern es muß Aufgabe dieses Kongresses auch sein, sich darüber klar zu werden, wie die Kolonisierung von Elementen in Palästina gefördert werden kann, die gar nichts haben und besitzlos sind. Ich bin weit entfernt, von dieser Tribüne aus zu predigen, daß es Ihre Pflicht, oder die Pflicht der Juden in Palästina oder ... yizepräs. Dr. Gaster (unterbrechend): Zweimal zehn Minuten sind schon um. Generalredner Dr. Kaplansky: Nachdem meine Fv.edezeit nicht beschränkt war, muß ich bitten, meine Gedanken zu Ende führen zu dürfen. Vizepräs. Dr. Gaster: Ich werde Herrn Kaplansky bitten, sich so kurz wie möglich zu fassen. Generalredner Kaplansky (fortfahrend): Geehrter Kongreß! Ich werde häufig unterbrochen und Sie werden verzeihen, wenn ich nicht ganz zusammenfassend spreche. Ich bin weit entfernt, von dieser Tribüne zu predigen und zu verlangen, daß die zionistischen Institutionen oder der jüdische Unternehmer in Palästina verpflichtet wird, jüdische Arbeiter zu beschäftigen, oder so etwas ähnliches. Die Frage der Versorgung des Arbeitsmarktes von Palästina mit jüdischem Proletariat wird nicht auf dem Kongreß gelöst

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