Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 104)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 106 — anderes behaupten wollen, dann frage ich:, warum habt ihr in Krakau, wo ihr eine jüdisch-nationale Partei gegründet habt, in das Programm das Baseler Programm aufgenommen und warum hat kein einziger Kandidat in seiner Kandidatenrede davon gesprochen? (Lebhafte Zwischenrufe.) Vizepräs. Dr. Tschlenow: Herr Dr. Waldmann, Sie haben nur noch eine Minute. v Del. Dr. Waldmaim: Da kommt Herr Dr. Salz mit dem Vereinsgesetz. Das würde für die Prokuratur in Oesterreich passen, aber nicht für unser inneres Leben. Auf unseren Volksversammlungen können die Zionisten Propaganda machen. Wir sind politische Zionisten und keine politischen Vereine, und dennoch existieren wir. Vizepräs. Dr. Tschlenow: Ihre Zeit ist um. Del. Dr. Waldmann: Ich schließe mit dem Wunsche, daß, wenn die Frage der innerpolitischen Tätigkeit hier auf dem Kongreß ventiliert werden sollte, wir konstatieren sollen, daß das Doppelleben der jüdischnationalen Partei und der Zionistenpartei ein Unglück für den Zionismus ist. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräs. Dr. Tschlenow: Herr Dr. Mossinsohn hat das Wort. (Derselbe verzichtet.) Das muß ins Protokoll aufgenommen werden^ (Heiterkeit.) Herr M o t z k i n hat das Wort. Del. Motzkin: Ich verzichte wegen der Zehnminutenzeit. Vizepräs. Dr. Tschlenow: Sie kommen auch in das Protokoll. (Heiterkeit.) Herr Goldenberg hat das Wort. Del. Goldenberg (spricht im Jargon). Del. Dr. Memirower (übersetzend): Herr Goldenberg sagt, daß das A. C. Worte für Taten halte. Was geschehen ist, hat die Armee der Zionisten und nicht der Generalstab geleistet. Nordau hat das Programmwort ausgegeben: Der Zionismus ist die Kokarde des jüdischen Volkes. Der Bericht des A. C. ist keine fruchtbare Anleitung, sondern eine einfache Registratur der Tätigkeit der Landsmannschaft. Wir haben keine Tagesordnung, weil wir keine Ordnung der Tätigkeit haben. Vizepräs. Dr. Tschlenow: Der Herr Obmann des Permanenzausschusses hat mir eine Liste der Kandidaten für die Ordnerstellen übergeben. Die Namen lauten (liest): Miller, Sacher, de Pool, Dr. Heymann, Salzmann und Rosenstein. Wenn der Kongreß nichts dagegen hat, werden diese Herren ihr hohes Amt sofort antreten. (Nach einer Pause): Ich betrachte die Wahl als angenommen und bitte die Herren Ordner, ihr Amt sogleich anzutreten. Ich habe noch folgende Mitteilung zu machen: Sofort nach Schluß der Kongreßsitzung versammelt sich die deutsche Landsmannschaft im Saale des Permanenzausschusses. Das Wort hat Herr Dr. A. Wolf. (Nach einer Pause): Derselbe ist nicht anwesend. Ich erteile deirmach dem Herrn Boris Goldberg das Wort. i Del. Boris GoMherg: Verehrter Kongreß! Bevor ich einige Bemerkungen über die Lage des Zionismus in Rußland machen werde, gestatte ich mir, einige Anfragen hier zu stellen in bezug auf den gestern abend verteilten Kassabericht. Wir finden da unter dem Ausgaben den Posten „Palästina-Kommission" mit 2500 Mark angeführt. Ich möchte fragen, ob das der gesamte Betrag ist, welcher der Palästina-Kommission zur Verfügung gestellt wurde. Sollte das der Fall sein, so muß ich sagen, ich kann mir absolut nicht vorstellen, wie eine so wichtige Kommission, die so wichtige Aufgaben vor sich hat, mit so minimalen Mitteln arbeiten kann. Weiter finde ich unter den Ausgaben die Posten „Die Welt" 15000 Mark und „Ha-Olam" 5000 Mark. Ich möchte wissen, ob das die Gesamtausgabe ist oder bloß das Defizit dieser beiden Organe.