Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 105

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 105 (sequence 103)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476270--2680-3478820
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 105 — Das wollte ich in bezug auf die innere Politik vorbringen und ein für allemal erklären, daß wir uns in weitere Debatten darüber nicht einlassen und dem Kongreß keinen Anlaß geben werden, in dieser Richtung etwas zu beschließen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräs. Dr. Tscklenow: Das Wort hat Herr Dr. Caleb. (Ist nicht anwesend und verliert das Wort.) Der nächste Redner ist Herr Rohotyn. (Ist nicht anwesend und verliert das Wort.) Der nächste Redner ist Herr Dr. S c h a 1 i t. (Ist nicht anwesend.) Der nächste Redner ist Herr B a s o w. Del. Basow (spricht hebräisch — lebhafter Beifall und Händeklatschen). Del. Niemirower (übersetzend): Der geehrte Redner führt aus, daß es von großer Wichtigkeit wäre, wenn man die Agitation im Sinne des Zionismus zu den Juden von Buchara in Kaukasien tragen würde. Del. Dr. Waldmann: Geehrter Kongreß! Der Vertreter der österreichischen Landsmannschaft hat die Erklärung betreffs der innerpolitischen Tätigkeit abgegeben. Ueber die innerpolitische Tätigkeit der österreichischen Zionisten wurde gestern von Herrn Dr. Ehrenpreis sehr viel und in wegwerfendem Sinne gesprochen. Herr Dr. Ehrenpreis hatte behauptet, daß die Tätigkeit der Zionisten in Oesterreich dem Zionismus eher geschadet als geholfen hat. Dadurch, daß sich die Zionisten mit innerpolitischer Arbeit befaßt hätten, sei der Zionismus geschädigt worden. Als einer der Vertreter der innerpolitischen Arbeit in Oesterreich, der sehr viel mitgearbeitet hat, muß ich die Ansicht des Herrn Dr. Ehrenpreis vollständig bestätigen. Die innerpolitische Tätigkeit in Oesterreich hat unseren Zionismus vollständig , verflacht. Die innerpolitische Tätigkeit der Zionisten in Oesterreich hat es dazu gebracht, daß vom Zionismus in einer ganzen Reihe von Volksversammlungen kein Wort gesprochen wurde. (Sehr richtig!) Es sind Volksversammlungen ohne Zahl in drei Monaten veranstaltet worden, vielleicht mehr, als früher in sämtlichen zehn Jahren, und kein einziges Wort ist über den Zionismus gefallen. (Widerspruch.) Pardon, ich habe 86 mal gesprochen und weiß es also besser. (Unruhe.) Hier ist der Abgeordnete Stand, der bestätigen kann, daß man in den Versammlungen vom Zionismus nichts erwähnen durfte. Ich stehe in der Agitation, mir kann niemand die Einwendung machen, daß es nicht richtig ist, trotzdem erkläre ich, daß ich nicht gegen, sondern für die innerpolitische Arbeit bin. Sie muß aber anders gemacht werden. Wir in Oesterreich haben ein Doppelleben, einerseits das Leben als jüdischnationale Partei, und andererseits das Leben als Zionisten. Es ist eine jüdisch-nationale Partei gegründet worden, die als ersten Punkt ihres Programms das Baseler Programm aufgenommen hat, aber kein einziges Mal wurde dieses Programm auf den Versammlungen erwähnt. „Man soll es nicht erwähnen4', haben die Führer aus Lemberg und Krakau gesagt, um die Massen nicht zu verlieren. Das ist eine falsche Richtung. Wir sollen innere Politik treiben, aber als Zionisten. Wenn wir auf Volksversammlungen erklären, wir sind Zionisten und wollen eine öffentlich - rechtliche Heimstätte in Palästina, so sagen wir damit, daß wir die Juden stärken wollen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich will den Kongreß nicht mehr bemühen, aber wenn diese Frage auf die Tagesordnung kommt, mache ich aufmerksam, daß dieses Doppelleben der österreichischen Zionisten, als jüdisch-nationale und als zionistische Partei, ein Unglück für unsere Idee, geradezu eine Misere für den Zionismus ist. Die jüdisch - nationale Partei muß liquidiert werden und die zionistische Partei muß auferstehen. Die politische Arbeit kann ganz gut im Rahmen der zionistischen Organisation geschaffen und geleitet werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Meine Herren! Wenn die Vertreter der gegnerischen Richtung etwas

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.