Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 98)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 100 — haben, und wenn wir sie haben könnten, könnten wir sie nicht brauchen, (Rufe: Oho!) Sie wäre das größte Hindernis auf diesem Wege. Wer freilich bei gesunden Sinnen dem berühmten Briefe P 1 e h w e s zujubeln konnte, dem sollte in einer politischen Versammlung keine Einflußnahme gestattet sein. Zu all dem steht in unserm Programm kein Wort von Autonomie, Charter und Garantie. Erst auf dem 7. Kongresse begann man sich wieder daran zu erinnern, daß unser wirkliches Programm unvergleichlich besser war als das uns unterschobene Programm von Charter, Autonomie und Garantie der Mächte. Vizepräs. Dr. Gaster: Ihr von dem Kongreß gewährtes Recht, zehn Minuten weiterzusprechen, ist um. Del. Trietsch: Ich bitte zur Geschäftsordnung! (Unruhe.) Vizepräs. Dr. Gaster: Order! Order! Del. Litmann Rosenthal (zur Geschäftsordnung): Der Kongreß hat früher den Antrag angenommen, daß ein Redner nicht mehr als zehn Minuten sprechen soll. Aber der andere Antrag wurde nicht angenommen, daß die Liste der Redner geschlossen sein soll. (Unruhe.) Vizepräs. Dr. Gaster: Ich bitte, zur Geschäftsordnung hat früher Herr C o w e n das Wort verlangt. Del. Cowen: Herr Präsident, wir hatten soeben den Antrag des Herrn Magnes, die Redezeit auf zehn Minuten einzuschränken, angenommen. Hierauf haben wir für Herrn Trietsch eine Ausnahme gemacht. Ich glaube, diese Ausnahmefälle sehen wir nicht gerne. Es wäre viel besser, wenn wir den Beschluß rückgängig machen würden und jedem volle Redefreiheit lassen. Wir wollen ja nicht bei jedem zweiten Redner, eine Ausnahme machen. Vizepräs. Dr. Gaster: Es liegt der Antrag Cowen vor, den Zehnminuten-Beschluß jetzt wieder aufzuheben. Del. Dr. Daiches: Ich will gegen den Antrag sprechen. (Unruhe. — Rufe: Abstimmen!) Vizepräs. Dr. Gaster: Order, Order, meine Herren! Wir wollen uns klar werden, worüber wir abstimmen sollen. Es handelt sich darum: wer für den Antrag des Mr. Cowen stimmt, verlangt dadurch die Aufhebung des vorher gefaßten Beschlusses und gestattet dem Redner unbeschränkte Redefreiheit. (Unruhe.) DeL Wolffsolm (zur Geschäftsordnung): Auf diese Weise können wir nicht fortfahren. Ein Antrag, der angenommen ist, kann nicht zurückgezogen werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wenn Mr. Cowen diesen Antrag aufheben will, muß ein anderer Antrag eingebracht werden, aber ein hier angenommener Antrag kann nicht durch einen anderen Beschluß wieder zurückgezogen werden, sonst kommen wir überhaupt zu keinem Resultat. Deleg. Nassau (zur Geschäftsordnung): Ich stelle den Antrag, daß von nun ab unbeschränkte Redefreiheit gewährt werde. (Lebhafte Unruhe.) Vizepräs. Dr. Gaster: Order! Order! Order! Es ist nicht möglich, zu hören, was für Anträge gestellt werden, wenn ein solcher Lärm herrscht. Del. Nassau: Ich stelle den ganz positiven Antrag, daß die Redezeit von jetzt ab unbeschränkt gewährt werde. Vizepräs. Dr. Gaster: Das ist eigentlich dasselbe. Meine Damen und Herren! Wir wollen der Sache ein Ende machen. Sind Sie - dafür, daß der vorhin angenommene Antrag, die Redezeit auf zehn Minuten zu beschränken, bestehen bleibe (lebhafte Rufe: ja!), dann wollen Sie die rechte Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach Vornahme derselben): Der Antrag ist angenommen, es bleibt somit bei denzehn Minuten. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Shire (spricht englisch — lebhafte Zwischenrufe). Vizepräs. Dr. Gaster: Order! Order! Mr. Shire, das kann nur dann