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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 99

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 99 (sequence 97)
Language
German, English, Hebrew
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— 99 — wanderungsamt geworden, ein Auswanderungsamt, nicht bloß auf Palästina beschränkt, sondern es hätte auch die weniger strittigen Nachbarländer Palästinas umfaßt. — — Erinnern Sie sich der Lage auf dem 7. Kongreß! Die Abtrennung der I. T, O. von der zionistischen Organisation geschah unter merkwürdigen Umständen. Bis zum 7. Kongreß war nur das engste Palästina das Losungswort und das Landprogramm der zionistischen Organisation. Müde der Untätigkeit auf diesem Gebiete, bildete sich die I. T. O. heraus, und es kam zu dem Eklat auf dem 7. Kongreß. Beinahe wäre es mir auf dem 7. Kongresse gelungen, die I. T. O. - Herren zu veranlassen, noch eine Kongreßperiode abzuwarten, nachdem sie sieben Kongreßperioden auf Palästina gewartet hatten. Und in der Tat haben mir die maßgebenden Leute der I. T. O. gesagt, „wir würden ein Nachbarland Palästinas hundertmal einem fernen Lande vorziehen — aber die Erbitterung ist zu weit gediehen, die Massen sind nicht mehr einzudämmen". Die Absplitterung erfolgte, trotzdem in den Nachbarländern Palästinas eine große Möglichkeit geboten war, die I. T. O. wieder zu uns zu bringen und die vielfach wertvollen Kräfte, die wir durch die I. T. O. verloren haben, wieder an uns zu fesseln. Und dadurch, daß zwei Formationen da waren, konnten wir alle diese repräsentativen Juden hineinziehen, die den Weg zur I. T. O. fanden und ,zu uns nicht gefunden hätten. Wenn Sie mir sagen, das sei nicht politisch, so weiß ich nicht, was ein großes und politisches Resultat wäre. Die Brüsseler Konferenz ist verlaufen, wie sie verlaufen mußte. Es war kein Programm, kein Vorschlag, kein Erfolg. — Von einer Tätigkeit des A. C. in dieser Periode kann ich höchstens verzeichnen die,, „politische oder diplomatische Tätigkeit". Wir haben vom Präsidenten des A. C. gehört, wir hätten „die Verbindungen, die Dr. Herzl geschaffen, aufrechterhalten". Das Wort klingt gut, ich könnte selbst kein besseres finden. Aber was steckt hinter diesem Worte? An welche Verbindungen, die Dr. Herzl selbst nicht schon aufgegeben hätte, hat er angeknüpft? Ich frage den Kongreß. Ein Zuruf ist möglich. Ein Wort wird mir Gelegenheit geben, darauf einzugehen. Ich glaube, es ist niemand hier, der dieses Wort hineinwerfen kann. Der einen zionistisch-politischen Verbindung, die wir brauchen und die wir in gewissem Maße eingeleitet hatten, dieser Verbindung mit der Hohen Pforte hat Herzl selbst auf dem 6. Kongreß eine Grenze gezogen, indem er sagte, an dieser Stelle sind wir vor einer Mauer angelangt. Ali das ist Ihnen bekannt. Wenn also gesagt wird, wir haben die Verbindungen, die JDr. Herzl geschaffen hat, aufrecht erhalten, so ist das ein Wort, nicht mehr! Es wäre grundfalsch, zu sagen, daß es Diplomatie und Politik nicht geben könne. Man konnte so etwas nur sagen, weil bei uns bisher die unmöglichsten Vorstellungen damit verbunden wurden. Diese letzteren freilich sollten wir auf diesem Kongresse endgültig abtun, — und da man, um Raum für einen Neubau zu gewinnen, den Bauplatz von alten Trümmern säubern muß, will ich, bevor ich meine Darlegungen über die mögliche zionistische Pqlitik gebe, versuchen, jene Irrlehren aus dem Wege zu räumen, die, wie nichts anderes, eine gesunde Entwicklung bisher verhindert haben — ich meine die noch immer in vielen Köpfen vorhandenen unklaren Ideen von Charter, Autonomie und Garantie der Großmächte. Wenn wir in Palästina irgendwelche, einer Autonomie auch nur ähnliche Rechte gewinnen wollen, ist es absolut klar, daß sich solche nur auf eine vorher geschaffene jüdische Majorität aufbauen lassen. Auch Dr. Nordaus heute vorgeschlagene partielle Konzession ist nur leichter, aber prinzipiell nicht anders aufzufassen. Der vielgenannte Charter ist ein Landing. Was wir Zionisten unter dem Charter verstanden haben, ist kein Charter, sondern die Gewährung von home rule und Autonomie und setzt, um in unserem Sinne ausgestattet zu sein, ebenfalls eine jüdische Majorität von ottomanischer Staatszugehörigkeit voraus. Die Garantie der Großmächte schließlich können wir nicht

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