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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 101

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 101 (sequence 99)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2676-3478816
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— 101 — vorgebracht werden, wenn der Kongreß wieder aufgefordert wird, einen Ausnahmefall zu machen. Das liegt gegenwärtig nicht vor. Del. Dr. Heymann (zur Geschäftsordnung): Ich möchte den Antrag des Herrn Shire wieder aufnehmen. Die Dinge liegen nicht genau so, wie der verehrte Herr Präsident eben ausgeführt hat, sondern ich glaube, wir werden im Laufe dieser Generaldebatte das Schauspiel noch öfter erleben, daß Herren, die in zehn Minuten mit ihren Ausführungen nicht zu Ende kommen können, beantragen werden, man solle ihre Redezeit verlängern. (Rufe: Das ist ihr gutes Recht!) Das geht nicht. Ich beantrage daher, der Kongreß solle jetzt beschließen, daß ein für allemal keine Ausnahme mehr stattfinden wird. Dann ersparen wir uns ein für allemal die Debatte und die Abstimmung. Vizepräs. Dr. Gaster: Herr Dr. Brau de hat zur Geschäftsordnung das Wort. Bevor Herr Dr. Brände jedoch spricht, gestatte ich mir folgendes zu bemerken: Diese Fragen zur Geschäftsordnung sind eigentlich keine Fragen zur Geschäftsordnung, sie nehmen insgesamt die Form verschiedener Anträge an. Ich muß Herrn Dr. Heymann gleich antworten: Das, was er beantragt hat, ist eigentlich von dem Kongreß bereits angenommen, indem den Rednern nur zehn Minuten gewährt werden. Es liegt gegenwärtig kein Ausnahmefall vor, wie ihn Herr Shire erwähnt hat. Wenn ein solcher Ausnahmefall vorkommen sollte, so wird es Sache des Kongresses sein, darüber schlüssig zu werden. Hypothetisch aber können wir nicht abstimmen und damit unsere Zeit verlieren. Nun hat Herr Dr. Brande das Wort. Del. Dr. Brande: Ich kann mich der Auffassung des Herrn Vorsitzenden nur voll und ganz anschließen und habe infolgedessen nichts -mehr hinzuzufügen. Del. Dr. Bodenheimer (zur Geschäftsordnung): Ich glaube, es liegt doch ein Irrtum seitens unseres hochverehrten Herrn Präsidenten vor. Wenn der Kongreß nicht ein für allemal dem prinzipiell ein Ende macht, daß ein Redner, der nicht imstande ist, die Zehnminuten-Redezeit einzuhalten, den Antrag an den Kongreß stellt, ihjm wTeitere zehn Minuten zu gewähren, dann wäre das eine große Ungerechtigkeit gegen eine kleine Minorität, die hier im Saale etwa vorhanden ist, indem eine dem betreffenden Redner wohlgesinnte Majorität immer in der Lage wäre, dem Redner eine Fortsetzungszeit zu gewähren, während eine solche Möglichkeit einem Redner, der nur über eine Minorität verfügt, benommen wäre. Der Kongreß soll aber gerechterweise jeder Partei die Möglichkeit geben, in gleichen Maßen sich hier auszusprechen. Ich selbst bin ein Gegner der Beschränkung der Redezeit. Allein, nachdem sie der Kongreß beschlossen hat, ist es eine Pflicht der Gerechtigkeit, gegenüber jedem Redner in gleicher Weise diese Beschränkung aufrecht zu erhalten. (Beifall.) Vizepräs. Dr. Gaster: Um allen gerecht zu werden, bringe ich den Antrag zur Abstimmung, daß unbedingt keine Ausnahme von der Regel gemacht werde, daß jedem Redner nur zehn Minuten gewährt werden. (Lebhafte Zwischenrufe.) Order! Order! Herr Litmann Rosenthai hat das Wort. (Del. Dr. Bodenheimer: Ich habe einen Antrag gestellt!) Del. Dr. Kaßner (zur Geschäftsordnung): Hoher Kongreß! Es ist wirklich jetzt schwer, zu entscheiden, ob der Kongreß die Geschäftsordnung nicht kennt oder das Präsidium. Es wird hier eine Geschäftsordnungsdebatte geführt, die voraussetzen ließe, daß am Kongreß Delegierte teilnehmen, die noch nie in einer parlamentarischen Körperschaft zugegen waren. Es ist klar, daß eine Abkürzung der Redezeit in jedem Parlamente beantragt werden kann, es ist aber ebenso klar, daß, wenn ein interessanter Redner am Worte ist, jedes Haus sofort die Verlängerung der Redezeit bewilligen kann und wird. (Lebhafte Zustimmung und Zwischenrufe.) Das sind keine „Extrawürste4'. Die Regel ist die abgekürzte Redezeit, es kann

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