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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 97

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 97 (sequence 95)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 97 — lästinas entwickeln. Ich hoffe, Sie werden mich daran nicht hindern wollen, indem Sie auf mich den Zehnminutenbeschluß unter allen Umständen anwenden. Ich hoffe, Sie werden, wenn dieser Zeitpunkt gekommen sein wird, selbst beurteilen, ob in diesem Falle eine Ausnahme zu machen ist oder nicht. (Widerspruch.) Pardon! Es ist ja auch in der Geschäftsordnung vorgesehen, daß der Kongreß eine solche Ausnahme machen kann. Meine Damen und Herren! Sie haben die Eröffnungsrede des Herrn Präsidenten gehört und auch den Bericht des Zentralkomitees, den Herr Sokolow vorgetragen hat. Aber einen eigentlichen Bericht des Zentralkomitees vermisse ich. In keiner der beiden Reden kann ich eine Uebersicht der Tätigkeit des A. C. erblicken, noch weniger einen Bericht über die Durchführung der Beschlüsse des 7. Kongresses. Es wäre, sonderbar, •wenn wir in die Verhandlungen des 8. Kongresses eintreten würden, ohne uns Rechenschaft darüber zu geben, inwieweit den Beschlüssen des vorigen Kongresses Genüge geschehen ist. Hierauf gründe ich in der Hauptsache meine Kritik und fasse die Beschlüsse und Absichten des 7. Kongresses zusammen wie folgt: Verlegung der Zentrale von Wien nach Berlin, Stärkung des neuen Zentrums durch Hinzuziehung bewährter Kräfte aus Rußland, reale Arbeit in Palästina neben der politischen Tätigkeit, Vergrößerung des zionistischen Landprogramms durch Einbeziehung der Nachbarländer von Palästina. Was ist von all dem geschehen? Was die Verlegung der Zentrale nach Berlin betrifft, so war das kein förmlicher Beschluß des Kongresses, aber es war die allgemeine Ansicht, und ein A. C. hat nicht nur den Buchstaben der Beschlüsse zu respektieren, sondern auch eine Absicht, die so erklärt war wie diese. Wenn darüber Zweifel bestehen sollten, ob dies die Absicht des Kongresses war, so mache ich Sie darauf aufmerksam, daß die Hinzuziehung bewährter Kräfte aus Rußland beschlossen wurde unter der bestimmten Voraussetzung, daß die Zentrale in Berlin sein werde. Ich war noch in Berlin, als man ein Lokal gesucht hat für das Bureau der Bewegung und habe auch andere Sachen mit angesehen, die niemand bestreiten wird. Die Absicht der Verlegung nach Berlin war kein Zufall, sondern darin lag ein Programm. Dieses ist aber dadurch zerstört worden, daß statt des geplanten Zentrums der Bewegung der zufällige WTohnort des derzeitigen Präsidenten dafür substituiert wurde. Auch der zweite Beschluß — Stärkung des neuen Zentrums durch Hinzuziehung bewährter Kräfte aus Rußland — wurde nicht ausgeführt. Ich könnte hierfür einen anderen Ausdruck wählen, will aber so sorgfältig wie möglich hier vorgehen. (Del. Wolffsohn: Warum?) Um nicht unnötige Erregung hineinzutragen. Die Herren Delegierten wissen, um was es sich handelt. (Del. Wolffsohn: Ich nicht!) Vizepräs. Dr. Gaster: Plerr Trietsch, ich muß Sie bitten, nicht persönlich zu sprechen. Die Erwiderung gilt dem Plenum. Del. Trietsch: Ich habe den Zwischenruf gehört und habe zum Plenum gesprochen, aber so, daß ich in der Richtung, aus der die Zwischenrufe kamen, deutlich zu verstehen war. . . . Was die Arbeit in Palästina betrifft, so hat ein Redner bereits auf das merkwürdige Mißverhältnis der Geldverwendung für Palästina und für die sonstigen Erfordernisse der Bewegung hingewiesen. Es wurde schon gesagt, daß für den Mangel an Geldmitteln die Untätigkeit der Zentrale den Grund bildet, aber nicht umgekehrt. Der dritte Punkt — Vergrößerung des Landprogramms — ist ein merkwürdiger Punkt, auf den ich im weiteren Verlaufe noch zurückzukommen hoffe. Einstweilen will ich bemerken, daß die stürmische Ablehnung der auf die Nachbarländer bezüglichen Anregungen ebensowenig in der Praxis ausgemacht hat, als die Annahme durch den 7. Kongreß, und ich glaube, es ist keine Ehre für die zionistische Organisation, wenn es für die Sache

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