Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 94)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 96 — habe ihn leider momentan nicht zur Hand. Aber soviel ich mich erinnere,, sind in ihm die Ausgaben dieses Jahres mit zirka 80000 Mark angegeben. Davon entfielen für die Arbeit in Palästina 2500, sage und schreibe zweitausendfünfhundert Mark. Präs. Wolffsohn: Aber polemisieren Sie doch nicht gegen falsche Ziffern. Sie sprechen von 80 000 Mark, es sind aber keine 30000 t Del. Dr. Glücksohn: Ich habe es so gelesen. Präs. Wolffsohn: Dann verstehen Sie die Bilanz nicht. Führen Sie doch keine falschen Ziffern an! (Lebhafte Zwischenrufe.) Del. Dr. Glücksohn: Es ist möglich, daß ich die Rechnung vielleicht nicht richtig verstanden habe. Ich habe geglaubt, daß in Summa etwa 81 000 Mark ausgegeben wurden. Ich vernehme nun, daß die Ausgaben zirka 40000 Mark betragen haben. Gleichwohl: von den 40000 Mark sind der Palästina-Kommission nur 2500 Mark zugewiesen worden. Sie werden sich alle erinnern, daß auf dem letzten Kongreß der Beschluß gefaßt worden ist, der Palästina-Kommission 15000 Francs jährlich zur Verfügung zu stellen. Nun begreife ich es ja wohl, daß dieser Beschluß infolge Mangels an Mitteln nicht zur Durchführung gelangt ist. Dann möchte ich aber auf etwas anderes hinweisen. Wir lesen von weiteren verschiedenen Ausgaben, die im Laufe des Jahres gemacht wurden, und darunter finde ich ganz beträchtliche Ziffern. Für die anderen Ausgaben hat man also das Geld gefunden, nur für die Palästina-Kommission, die gegenwärtig eigentlich den Lebensnerv unserer Bewegung ausmacht, nicht. Wie von verschiedenen (Seiten betont wurde, liegt der Schwerpunkt der zionistischen Arbeit in Palästina-Tätigkeit. Und hier handelt es sich dazu noch um die Palästina-Kommission, welche ja auch die Herren, welche die politische Richtung vertreten, befriedigt, weil es sich um die Erforschung des Landes, um die Schaffung der Bedingungen u. dgl. handelt. Nun lese ich, daß die Herausgabe der „Welt" 15000 Mark kostet. Es wird niemand in Abrede stellen wollen, daß die Partei ein Zentralorgan nötig hat. Ich möchte mir jedoch darüber Zweifel zu äußern erlauben, ob die Herausgabe einer Zeitung, die in einer Sprache erscheint, welche den meisten Zionisten der Welt fremd ist, soviel Geld in Anspruch nehmen, muß, wenn unser Budget so klein ist. Vielleicht wäre es richtiger gewesen, Mittel und Wege zu ersinnen, um die Ausgaben der „Welt4' etwas zu verringern. » ' Vizepräs. Dr. Gaster: Zehn Minuten sind um. Ein Delegierter: Wie kommt es, daß wir keine Ziffern haben? Wir hören immer Ziffern anführen und sind nicht informiert. Vizepräs. Dr. Gaster: Es wird mir mitgeteilt, daß die Bilanz verteilt worden ist. (Rufe: Nein, wir haben keine.) Diejenigen, die noch: keine Bilanz bekommen haben, sollen dies angeben, sie wird ihnen , sofort zukommen. Del. Trietsch: Meine Damen und Herren. (Lebhafte Unruhe.) Ich? bitte, Herr Präsident, mir Ruhe zu schaffen. Ich habe ohnedies nur zehn Minuten zur Verfügung. Vizepräs. Dr. Gaster: Order! Del. Trietsch: Meine Damen und Herren! Der Zehnminutenbeschlußwurde unter dem Eindrucke . . . (Fortdauernder Lärm.) Ich bitte, mir Ruhe zu verschaffen. Vizepräs. Dr. Gaster: Ich hoffe, ^daß die Delegierten Ruhe bewahren, und es dem Sprecher ermöglichen werden, seine Rede zu halten. Del. Trietsch: Ich wiederhole: Der Zehnminutenbeschluß wurde unter dem Eindrucke der Mehrzahl der Reden gefaßt, die sich mit den Interessen der Landsmannschaften befaßt haben. Ich habe die Absicht, die ällgemeinpolitische Seite der Sache zu behandeln. Ich will ein positives System: der Politik aufstellen und das offizielle Programm der Landwirtschaft Pa-