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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 93

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 93 (sequence 91)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 93 — es nicht tun. Und ich fürchte — deshalb bin ich gegen diesen Vorschlag —.'. bei der Kolonisation Palastinas wird genau dieselbe Guillotine kommen. Sobald eine Anzahl von Rednern sich schon ausgesprochen hat, wird man kommen und sagen: Nein, das gibt's nicht mehr! Daher schlage ich vor,, lehnen Sie diesen Antrag ab! Im anderen Falle beschließen Sie gleichzeitig: die Aussprache über das allgemeine zionistische Problem soll im Anschlüsse an die Kolonisation Palästinas erfolgen. Mein Antrag ist klar formuliert, lehnen Sie den Antrag Radin ab, sonst behalte ich mir den zweiten Antrag vor. (Lebhafter Beifall und. H än d eklats chen.) . Del. Dr. Magnes (zur Geschäftsordnung): Geehrter Kongreß! Aus eben demselben Grunde, den Herr Motzkin jetzt angeführt hat, hat die amerikanische Delegation diesen Antrag gestellt. Deswegen, weil eben die Debatte, die jetzt geführt wird, bei anderen Fragen, vielleicht bei jeder Frage,, unvermeidlich ist, ist es eine Verschwendung der Zeit, wenn wir uns jetzt in eine Generaldebatte einlassen, ohne einen bestimmten Beschluß vor -uns zu haben, über den wir abstimmen. Es ist überhaupt ein Fehler. daß: Reden gehalten werden, ohne daß ein Beschluß vorliegt, über den man abzustimmen hat. Ich glaube, daß die Einrichtung einer Generaldebatte auf dem Kongresse dadurch entstanden ist, daß in den europäischen Parlamenten eine solche Einrichtung existiert. Aber ein europäisches Parlament kann vier Monate tagen, wir jedoch können nur vier Tage hier bleiben. Deswegen möchten wir nun vorschlagen, daß die Reden, die jetzt nur allgemein über jeden einzelnen Punkt gehalten werden, im Hinblick auf bestimmte jetzt vorgelegte und am Ende der Debatte zu fassende Beschlüsse gehalten werden, das heißt, wenn ein Beschluß über den Nationalfonds gefaßt werden soll, sollte man bei dieser Gelegenheit auch über die zionistische Politik reden. Wenn ein Antrag über die Organisation vorliegt oder ein Antrag über Palästina, sollte man dann darüber seine Rede halten. Aber nur allgemeine Speeches zu halten, damit man klatscht und Hurra ruft, das hat keinen Sinn. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) .Del. Trietsch: Meine Damen und Herren! Hier liegt ganz einfach ein Mißverständnis vor. Wir haben hier über den Bericht des .Zentralkomitees zu sprechen, oder, wenn wir es so nennen wollen, über den Bericht des Aktionskomitees. Dieser Bericht umfaßt allgemeine zionistische Politik, nicht bloß Palästinafragen. (Sehr richtig!) Infolgedessen kann die Debatte darüber nicht in* eine Debatte über Palästinafragen eingeschaltet werden. Es geht auch nicht an, daß wir die Diskussion in zwanzig einzelne Fragen zerreißen. Der Bericht ist als Eins gegeben worden, und die Diskussion muß die Möglichkeit haben, sich als Eins dazu zu äußern. Dabei hat Herr Radin in seiner Begründung etwas ganz richtiges gesagt und ich wurde wünschen, daß wir uns das zur Richtschnur nehmen. Herr Radin hat. dagegen remonstriert, daß wir über Fragen sprechen, die die einzelnen Landsmannschaften interessieren, und gar nicht zu dem allgemeinen politischen Berichte des Aktionskomitees. Ich würde also dafür sein, daß der .Kongreß sich als Richtschnur nimmt, jetzt über die allgemeine Richtung zu diskutieren, und niemand wird die Redefreiheit der eingeschriebenen Redner beschränken wollen. Schließlich ist das der Ausgangspunkt von allem. Wenn wir durch Stillschweigen oder durch Abschneiden der Diskussion über den Bericht zur Tagesordnung übergehen, ist .damit ein Fehler gemacht, der nicht mehr zu reparieren ist. (Rufe: Abstimmen lassen!) Vizepfas. Dr. Gaster: Ich bringe den Antrag der amerikanischen Delegatioiii;zur Abstimmung, daß die Redezeit in der. Generaldebatte auf zehn Minuten beschränkt werde. Alle, die dafür sind, daß die Redner nur zehn Minuten sprechen sollen, ersuche ich, die Hand zu erheben. (Ge-

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