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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 82

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 82 (sequence 80)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2657-3478797
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— 82 — selbst abgelehnt, eine Zeitungskorrespondenz für die Tagespresse, ein unerläßliches Mittel der Gewinnung der öffentlichen Meinung für unsere Sache, einen Apparat, der nur einige tausend Mark gekostet hätte, zu schaffen, und sie hat es schließlich abgelehnt, was ihr die niederländische Zionistenföderation im Einvernehmen mit der Propagandakommission vorschlug, hier, im Haag gelegentlich der Friedenskonferenz gleich im Anfange durch eine zielbewußte Propaganda, durch persönliche Bemühungen bei den Delegierten, die jüdische und die zionistische Frage vor den Regierungen und vor der Weltpresse aufzurollen. Nun werden wir uns alle die Frage vorlegen müssen: wie konnte das alles geschehen, da doch im A. C. ausschließlich Männer von enthusiastischer zionistischer Gesinnung, von opferfreudigster Hingabe an unsere Sache sitzen? Meine'sehr verehrten Damen und Herren! Die Ursachen dieser Passivität liegen zum Teile auch im Gebiete unserer Organisation, und diese Momente werden wohl passender und ausführlicher gelegentlich unserer Organisationsdebatte zu besprechen sein. Doch muß ich ganz kurz auf folgende Punkte hinweisen. Wir haben zunächst einen großen Fehler begangen, indem wir ein engeres A. C. wählten, dessen einzelne Mitglieder an verschiedenen Orten wohnen. Ich glaube, wie um die Geburtsstätte Homers, so streiten sich heute sieben Städte um die Ehre, die Mitglieder unseres A. C. hervorgebracht zu haben. Sie werden begreifen, daß dies ein ungesunder Zustand ist. Durch diese Zerstreuung unseres A. C. war eine energische Aktion im Vorhinein unmöglich gemacht. Es ist unmöglich, zu arbeiten, wenn nicht ein kleiner Kern des A. C., der zu einer kontinuierlichen Arbeit fähig ist, an einem Orte zusammen lebt, es ist unmöglich, wenn nicht eine beschlußfähige Majorität jederzeit hergestellt werden kann. Eine Sitzung des E. A. C. darf nicht ein feierliches Ereignis sein. (Zustimmung.) Einen anderen Fehler haben wir begangen, indem wir den Sitz des A. C. nach Köln verlegten. , Auch über diesen Punkt werden wir uns gelegentlich des Referates über die Organisation des breiteren auslassen müssen. Hier sei nur kurz folgendes bemerkt. Köln hat allerdings den großen Vorzug, daß dort unser verehrter Präsident wohnt, aber an sich hat es nicht die Eignung, Zentrum einer Weltbewegung zu sein; für unsere Bewegung hat sich Köln als toter Punkt erwiesen. Ein drittes Moment, auf welches Dr. Friedemann hier hingewiesen hat, ist, daß eine Kongreßmiajorität, welche für reale Arbeit mit politischen Zielen war, aus Gefälligkeit, möchte ich sagen, eine Majorität am Ruder ließ, welche wenigstens in der ersten Hälfte der Geschäftsperiode noch ausschließlich, wenn nicht von der Idee des Charters, so doch von der der rein politischen Arbeit eingenommen war. Man räsonnierte so: Wir haben das Vergnügen gehabt, daß unsere Ueberzeugung triumphierte, und nun sollt ihr das Vergnügen haben, zu regieren. Selbstverständlich konnten die Herren dann der Majorität diese Gefälligkeit nicht erwidern. Die Vertreter beider Parteien haben im A. C. einander paralysiert, und zwar immer aus Gefälligkeit: die Politischen unternahmen nichts Politisches, um die Praktischen nicht zu reizen, und die Praktischen nichts Praktisches, um die Politischen nicht zu reizen. Indes, meine Herren, diese Differenz der Ansichten war doch nicht das ausschlaggebende Moment, denn Sie wissen ja alle, daß besonders im Laufe des letzten Jahres eine ganz wesentliche Annäherung der Parteien und Ansichten erfolgte. Es fand einfach eine programmatische Entwicklung statt. Auf die erste Periode, welche alles von der praktischen Arbeit in Palästina erwartete, auf die zweite Phase, die alles Heil von der diplomatischen Aktion erwartete, kam eine dritte, wo man einen Erfolg von der Verbindung der realen und politischen Arbeit erhoffte, es kam die Phase des realpolitischen Zionismus. Sie haben gestern von Herrn Dr. Friedemann gehört, daß eine derartige

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