Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 70)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476270--2647-3478787- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 72. — Del. Trietsch: Das war bisher nicht möglich. Wenn es möglich sein wird, erledigt sich ja die Sache von selbst. Del. Dr. Gaster: Bei aller Hochachtung vor den Ausführungen des Herrn Präsidenten muß ich bemerken, daß in seinem Wunsche eine Beschränkung der Tätigkeit des Permanenzausschusses eingeschlossen ist. Eben heute nachmittag wurden wir zu einer Sitzung berufen; es lagen bestimmte wichtige Angelegenheiten vor, die unmittelbar eine Behandlung verlangten und wir mußten uns zurückziehen. Wir konnten nicht warten, und es wurden deshalb alle Mitglieder des Permanenzausschusses an ihrer Redefreiheit geschmälert und pönalisiert. Ich bin sicher, der Kongreß wünscht nicht, daß diejenigen Mitglieder, Sdie im Interesse des Kongresses irgendwo arbeiten, dafür bestraft werden. Es ging der Wunsch nicht dahin, daß jeder vovgemerkte Redner überhaupt das Wort erhalten müsse, sondern daß, wenn ein Mitglied des Permanenzausschusses sich zu einer Sitzung begibt, und im Kongreß sprechen will, der Betreffende seinen Namen zum Präsidium hinaufschicken und die Bitte stellen muß, durch Zurückstellung des Namens, wenn er noch vor Schluß der Debatte erscheinen kann, ihm den Platz in der Rednerliste zu bewahren. Das ist das einzige Privilegium, welches die Permanenzkommission verlangt. Präs. Wolffsohn: Ich richte die .Bitte an den Permanenzausschuß, von jetzt ab seine Sitzungen nicht gleichzeitig mit dem Kongreß abzuhalten. Solitc einmal eine außergewöhnliche Notwendigkeit eintreten und zufällig ein vorgemerkter Redner im Permanenzausschuß sein müssen, so werden wir dann sehen, wie dem Wunsche des Betreffenden Rechnung getragen werden kann. Hiermit betrachte ich diesen Fall für erledigt. Es liegen verschiedene Anträge vor, die ich, obwohl wir mitten in der Debatte uns befinden, zur Mitteilung bringen werde, weil sie von Wichtigkeit sind. Zunächst liegt der Antrag des Permanenzausschusses vor, eine Kommission von 21 Mitgliedern für die Organisation zu wählen. Es handelt sich darum, einen Ausschuß einzusetzen, der uns ein Referat vorlegen soll, damit wir im Plenum nicht über Dinge zu verhandeln brauchen, die wir schließlich doch einer Kommission überweisen müssen. (Verliest die Namen von 21 vorgeschlagenen Mitgliedern). Del. Dr. Daiches: Der Herr Präsident hat selbst gesagt, daß wir mitten in der Debatte sind, und zwar einer Debatte, die uns alle, interessiert, auf deren Lösung vielleicht die Zukunft des Zionismus beruht. Es handelt sich um die Frage der praktischen Arbeit, zu der Herr Dr. Friedemann gesprochen hat. Nun auf einmal sollen hier mehrere Anträge zur Verlesung kommen. Ich habe nichts dagegen, daß der Antrag bezüglich Einsetzung einer Kommission verlesen wird, und wenn er angenommen wird, die vorgeschlagenen Herren den Antrag zur Ausführung bringen. Der Herr Vorsitzende hat den Antrag vorgelesen, er weiß aber nicht, ob wir gewillt sind, denselben anzunehmen, ob überhaupt der Antrag unseren Beifall hat. Aber bevor wir Gelegenheit haben, unserer Meinung xAusdruck zu geben, haben wir schon eine Liste derjenigen gehört, die den Antrag zur Ausführung bringen sollen. Ich habe nichts gegen die Namen der Genannten, bin aber dafür, daß alles geschäftsmäßig vor sich gehe und daß wir erst über den Gegenstand eine Diskussion fuhren, bevor eine Kommission gewählt wird. Wir haben das Recht, zu verlangen, . daß, bevor die Kommission geschaffen wird — wir haben genug Kommissionen —-, uns erst Gelegenheit geboten werde, uns von der Notwendigkeit/ der Kommission zu überzeugen. Del. Dr. Schallt: Es waren nur Nützlichkeitsgründe, welche den Permanenzausschuß bewogen haben, diesen Antrag vorzulegen. Die Erfahrung hat gezeigt, daß gewöhnlich zwei bis drei Tage über einen Gegenstand verhandelt wird, und zum Schluß kommt der Antrag an eine Kommission. Jetzt soll der umgekehrte Weg eingeschlagen werden. Ein