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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 67

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 67 (sequence 65)
Language
German, English, Hebrew
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— 67 - ^geistigen Arbeit des Zionismus nicht nur mit einem Programmpunkte in der Tagesordnung des Kongresses, nicht nur mit Beschlüssen und Resolutionen, sondern mit Ernst und Aufrichtigkeit zu. Wenden wir unser Augenmerk einer rationellen, tief in die Seele gehenden Arbeit für die Agitation und Propaganda zu, wenden wir uns unseren losgerissenen spaniolischen Brüdern im Orient zu! Suchen wir eine Einigung mit ihnen, damit wir als ein national gesinntes Volk mutig der Erlösung entgegenschreiten! (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Dr. Friedemann (mit lebhaftem Beifall begrüßt): Meine Damen und Herren! Zum Bericht des A. C. zu sprechen, hat meiner Ansicht nur dann wirklich einen Zweck, wenn man diesen Bericht auch gedruckt vor sich hat. Da dies bisher noch nicht der Fall war, diskutieren wir nach meiner Ueberzeugung ein wenig ins Blaue hinein; aber einige wirklich maßgebende Punkte sollten doch herausgegriffen werden, um das, was wir in unserem Herzen empfunden haben, zum Ausdruck zu bringen. Das A. C. hat zweifellos gearbeitet und nach Maßgabe derjenigen Kräfte, die ihm zur Verfügung standen, sich große Mühe gegeben. Das zu verkennen, wäre eine große Undankbarkeit und niemand von uns wird das tun wollen. Wenn wir aber das Fazit aus dem ziehen, was praktisch in den zwei Jahren geschaffen wurde, so muß ich heute abend eine gewisse Ueberlegung'szeit dazu in Anspruch nehmen, um das nachzurechnen. An welchen Fehlern das gelegen hat, das hier im einzelnen auseinanderzusetzen, würde zu weit führen, und der Kongreß kann es auch nicht mehr ändern. Der Hauptpunkt liegt darin, daß aus zwei verschiedenen Richtungen her die Aktionskomitee-Mitglieder gewählt wurden, daß von der einen Seite nach rechts und von der anderen Seite nach links gezogen wurde und infolgedessen auf der mittleren Linie ein toter Punkt entstand, wo gar nichts geschaffen werden konnte. (Sehr richtig!) Das ist ein außerordentlich betrübender Uebelstand. Das ist die Schuld des 7. Kongresses, der eine derartig unglückliche Zusammensetzung des Komitees vornahm. Es ist vielleicht auch nicht einmal die Schuld des 7. Kongresses; denn derselbe stand auch vor einer schweren Eventualität. Er war zerrissen, weil er selbst nicht übersah, was nach dem Tode Herzls zu tun sei und welche Politik einzuschlagen wäre. Die Parteileidenschaften hatten sich damals bis zu einem bedenklichen Maße verdichtet. Heute ist dieser Gegensatz auch noch nicht vollständig geschwunden, aber er beginnt zu verblassen, und ich glaube, wir werden am Ende dieses Kongresses mit einer gewissen Befriedigung konstatieren können, daß wir uns alle auf eine mittlere Linie zurückgefunden haben, die immer nur diejenige sein kann, welche der erste Baseler Kongreß festgelegt hat, daß wir für das jüdische Volk eine öffentlich rechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina erstreben, welche die große Politik in sich schließt. Das soll nicht eine Phrase sein, sondern ich will das so sagen, wie ich es mir denke. Als Herzl starb, ertönte von rechts der Ruf: nur politische Arbeit, und von links der Ruf: nur praktische Arbeit! Und das sollte eine Gegenparole sein und zum Ausdruck bringen, daß wir im Gegensatz zur politischen Arbeit, welche viele als unvorbereitet ansahen, in Palästina die Heimstätte durch langsame technische Arbeit schaffen wollten. Ich glaube, heute ist eine große Zahl von uns zu der Einsicht gekommen, daß diese Arbeit nicht dadurch geleistet werden kann, daß man nun dekretiert, wir wollen praktische Arbeit tun, sondern dadurch, daß man diese praktische Arbeit in Zusammenhang und in ein logisches Verhältnis mit dem Baseler Programm bringt, das heißt praktische Arbeit auf Grund der politischen Arbeit und im Zusammenhang mit ihr. Das sind keine Gegensätze und brauchen keine Gegensätze zu sein. Wenn man heute sagt, wir wollen in Palästina praktische Arbeit schaffen, so ist dies nur in einer Richtung geschehen aind wir haben bereits versucht, eine ganze Anzahl Gesinnungsgenossen für

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