Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 66)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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- 68 - die Idee zu gewinnen. Praktische Arbeit kann nicht geschaffen werden* mit den Fonds, die wir besitzen, die tatsächlich in nichts zergehen würden,, wenn wir die lumpigen paar Millionen, die wir heute in mühseliger Arbeit zusammenlegen, etwa dazu verwenden, daß wir Fabriken gründen und die einheimische Bevölkerung produktiv zu machen. Die Organisation kann das nicht, weil ihr die Mittel fehlen. Ich war nie gegen praktische Ärbeti in Palästina und ich kann Ihnen sagen, was leider Gottes oft vergessen wurde, auch Herzl war niemals dagegen, daß man Kleinarbeit verrichtete. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Er erklärte, wir können erst Arbeit schaffen, wenn wir die Mittel geschaffen haben und dafür sorgen, daß die Arbeit nicht gestört wird. Wer ein großes kaufmännisches Unternehmen ins Leben ruft, wird nicht hingehen und der ganzen Konkurrenz erzählen, er wird dies und jenes tun.. Wenn man praktische Arbeit tun will, arbeitet man und schweigt, aber bei uns hat man nicht gearbeitet, sondern geredet. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wollen wir also vorwärts kommen, wird im wesentlichen immer das folgende zu berücksichtigen sein: Wir müssen in erster Linie streben, unserm Volke eine Heimat zu schaffen, eine wirkliche Volksheimat, und unser Streben darf nicht dahin gehen, daß wir sagen: Wir wollen nur das Land und uns interessieren nicht die Menschen, oder, wie die anderen zeitweise gesagt haben: uns interessieren nur die Menschen, und nicht das Land, sondern wir müssen sagen: wir wollen für die Leute ein Land haben, und das müssen wir in praktischer Arbeit durchzusetzen suchen. (Rufe : Das Land!) Selbstverständlich meine ich das Land, sonst würde ich nicht hier stehen. (Heiterkeit. — Sehr gut!) Das wird auf folgender Grundlage geschehen können: Alles, was geschehen wird, soll natürlich in Palästina geschehen, aber nicht mit den. Mitteln unseres kleinen Nationalfonds; denn unsere kleinen Fonds würden im Niu erschöpft sein, wir würden nicht im Sinne der Hunderte und Tausende von Gebern, welche andere Ansicht hatten, vorgehen, wir würden nicht einmal gesetzlich vorgehen, wir würden uns in der Oeffentlichkeit diskreditieren, weil wir das Gesetz und das Statut derselben Fonds, die wir geschaffen haben, verletzt haben, und weil wir uns blamieren würden. — Denn denken Sie daran, daß wir schon einmal praktische Arbeit in Palästina geleistet haben, ohne zu überlegen, was daraus werden würde, und ohne die Mittel zu bedenken, und darauf Rücksicht zu nehmen, welchen Rückschlag das gehabt hat. Also eine Arbeit, die darin besteht, daß man die Privatinitiative nach Möglichkeit anregt, daß man dafür sorgt, daß das Land mit kapitalkräftigen Elementen besiedelt werde, eine Arbeit, die darin besteht, daß man die Bevölkerung in Palästina arbeitsfähig zu machen_ versucht, indem man ihr eine Organisation — nicht im politischen, sondern im wirtschaftlichen Sinne — zu geben versucht, eine Arbeit im Lande, indem man jedes kulturelle Moment nach Tunlichkeit und Möglichkeit unterstützt, indem man dafür sorgt, . . . (Del. Dr. Daiches: Auf welche Weise?) Ich kann hier nicht das ganze Programm den Herren ausgearbeitet vorlegen. Es ist unmöglich, hier die einzelnen Programmpunkte aufzuzählen, wie ja auch in keinem Parlamente der Welt in solchen Angelegenheiten die Einzelheiten aufgezählt werden. Ich stelle es aber dem Herrn Dr. Daiches anheim, sich mit mir im Detail über die Mittel zu besprechen.. Hiier darauf näher einzugehen, ist unmöglich. (Zustimmung.) Darum gebe ich hier nur in großen Zügen an, wie ich mir die :ganze Sache denkte, um im Lande vorwärts zu kommen, damit auf diese Weise ein wirtschaftlich starkes Rückgrat für uns geschaffen werde, welches auch die politische Arbjeit stärkt, wie ja auch jede politische Arbeit, die wir treiben, wileder das wirtschaftliche Moment im Lande mit Notwendigkeit stärken wird, weil der moralische Kredit der Zionisten auch den moralischen und wirtschaftlichen Kredit unserer Partei im Lande ebenfalls mit Naturnot--