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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 63

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 63 (sequence 61)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2638-3478778
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— 63 — jetzige Schekel nicht genügt, so muß er erhöht werden, wenn wir kein Geld haben, müssen wir es uns ersparen, aber an Palästina dürfen wir es keinesfalls ersparen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Es wurde vom verehrten Herrn Sokolow auch erwähnt, daß die Wahlpolitik in Oesterreich unmittelbar de.m Zionismus gedient habe. Ich komme aus dem Zentrum des rührigsten Wahllebens, ans Galizien, wo es an allen Ecken und Enden rege war, aber ich bedauerte, daß man mittelbar dem Zionismus dienen muß, und nicht unmittelbar für Palästina Anhänger gewinnen konnte, indem man auf Institutionen hinweisen konnte, die mit jedem Tage Fortschritte machen. Wenn von Oesterreich gesprochen wurde, so will ich erwähnen, daß in Galizien das Interesse für Palästina wirklich rege ist und daß man mir darauf wartet, daß vom A. C. eine Initiative ausgehe, damit man dann mit allen Kräften an die Arbeit schreite, x^uch auf allen anderen Gebieten wird viel gearbeitet. In allen Städten werden Vereine zur Ausbildung und Entwicklung der hebräischen Sprache gegründet und, was wir vor allem mit großer Freude begrüßen können, was auch der verehrte Herr Sokolow mit einigen Worten erwähnt hat, das ist das politische Erwachen der jüdischen Massen. Ich weiß, es befindet sich so mancher hier in diesem Saale, der davor zurückschreckt, daß die österreichischen Zionisten eine innerpolitische Tätigkeit entwickelt haben; ich weiß, daß viele Zionisten fürchten, diese innere Politik werde viele Zionisten vom Zionismus abbringen, aber ich glaube, die Zionisten, die wahre, gute Zionisten sind, werden niemals vom Zionismus abgelenkt werden. (Lebhafte Zustimmung.) Diejenigen aber, die noch nicht Zionisten sind und die den geraden Weg nicht sehen wollen, werden auf ungeradem Wege zu uns kommen, auf dem politischen, aber sie werden kommen und werden Zionisten werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir müssen anerkennen, daß, wiewohl sich die Landespolitik in Galizien und in Rußland ohne das Hinzutun des verehrten A. C. ausgebreitet hat, dem Zionismus trotzdem keine Enttäuschung bereitet wurde, und deshalb bitte ich Sie, uns in dieser Arbeit auch [fernerhin zu unteistützen. Die jüdische Nation, sagen wir uns, ist eine lebende Nation, und ein lebender Organismus muß alle Funktionen erfüllen, die man von einem solchen verlangt. Deshalb darf die jüdische Nation auch den politischen Aktionen nicht entsagen, weil das eine Funktion ist, die man tagtäglich, die man stündlich von den Juden verlangt. (Beifall und Händeklatschen.) Wir haben die Juden zum ersten Male gelehrt, selbständig politisch zu denken Wir haben den Juden, der ein feiger Knecht der herrschenden Behörden war, der sich beim Anblick eines polnischen Magnaten verkrochen hat, zum ersten Male gelehrt, stolz den Kopf zu erheben, wir haben ihn zum ersten Male gelehrt, stolz der polnischen Schlachta, den jüdischen Assimilanten zu sagen: ich bin ein Jude, ich will nur einen Juden ins Parlament entsenden, ein Jude möge dort für mich sprechen, möge die jüdischen Angelegenheiten vorbringen, möge laut in die Welt hinausrufen, daß das jüdische Volk lebt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Der verehrte Herr Sokolow meinte, die Bewegung bestehe auch aus großen Ekstasen. Und das ist wahr. Eine solche große Ekstase haben wir dort miterlebt. Wir haben den Juden auch gezeigt, daß wir nicht nur an ihre Zukunft denken. Als man uns fragte: Warum führt ihr uns nicht auch hier, warum laßt ihr uns unter der Führung unserer Verräter und unserer Verführer gehen?, da haben wir zum ersten Male gezeigt, daß wir imstande sind, uns der Juden gegen ihre Gegner anzunehmen. Und wenn die Zionisten eine Partei sind, welche die Gegenwart und die Zukunft vereinigen, welche die Zukunft aus der Gegenwart und der Ver-

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