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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 62

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 62 (sequence 60)
Language
German, English, Hebrew
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…/3476254-3476270--2637-3478777
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— 62 — Vertretung jedes einzelnen Landes sprechen und den Bericht in diesem Punkte ergänzen würde — freilich, wenn man uns hierzu Zeit ließe. Das einzige Schöne, dlas wir gehört haben und das wirklich verdiente, unterstrichen zu werden, ist die Mitteilung von dem wiedererwachten regen Leben in Palästina. Wenn aber auch das Leben in Palästina in den letzten zwei Jahren wieder wach geworden ist, wenn es dort an allen Ecken und Enden zu blühen und zu keimen beginnt, so darf olies uns als gute Zionisten nicht wunder nehmen, bei denen doch Palästina die Synthese des Fühlens und Denkens bildet. Das A. C. hat auch diesbezüglich viel gesündigt. Die schönste Institution, der Augapfel der Palästinaarbeit ist „Bezalel", und dieser ist. wie ich weiß, schlecht dotiert worden und leidet an einem chronischen Defizit. Ein Künstler, der einige Monate hindurch in „Bezalel" gearbeitet hatte und vor einiger Zeit zurückgekehrt ist, klagte mir, daß er nicht imstande war, wieder nach Palästina zu fahren und dort seine Arbeiten wieder aufzunehmen, weil man ihm auf sein Ersuchen um das Reisegeld nach Palästina antwortete, es wäre kein Geld vorhanden, um ihm die 300 Mark Reisegeld zu schicken. > Doch kann kein Zweifel darüber bestehen, daß ein großer Teil der Schuld auch uns in Galizien trifft, die wir von Palästina viel sprechen, aber wenig dafür tun. Ich weiß, daß der „Bezälel" dort viele Freunde und begeisterte Worte, aber wenig Geld findet. Die Ursache liegt im System. Wenn dieses von Grund auf geändert wird, dann werden wir in Palästina eine regere Arbeit aufnehmen und durchführen können, und dann werden wir die jüdischen Massen derart begeistern, daß sie für „Bezalel" nicht nur schöne Worte und Gefühle, sondern auch ihr Geld hergeben werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Eine regere Arbeit muß entstehen, aber ich' möchte nicht, daß sie zu einer kleinlichen Kleinarbeit ausarten soll, die sich auf langwierige, aber kleinliche Dinge erstreckt. Sie muß von höheren Gesichtspunkten aus geführt werden, darf aber nicht stillstehen; wir dürfen Palästina nicht nur in der Theorie nicht vergessen, wir müssen uns auch in praxi seiner erinnern. (Beifall.) Eine Reihe von Institutionen muß dort gegründet werden. Der Nationalfonds liegt brach. Er bringt uns Zinsen und Zinseszinsen, und da muß endlich die Frage erwogen werden, ob das Geld idenn nicht doch dafür da ist, daß wir es endlich für Palästina selbst verwenden, und. auf jeden Fall müssen wir es uns einmal vor Augen halten, daß es höchste Zeit ist, daß wir nicht immer in der „Welt" und;in anderen Blättern nur schreiben, es wäre gut, Industriegenossenschaften, Industriegesellschaften zu gründen, sondern daß wir sie auch gründen. Es würde fwenig kosten und viel Ersprießliches leisten, aber das A. C. muß die Initiative geben, es muß nicht sagen: man soll gründen, es würde sich lohnen, sondern: es wird gegründet, es wurde gegründet. Die Regeneration eines Volkes kann nur auf Grundlage einer allmähligen, aber stetigen Entwicklung, nie aber auf Grund eines plötzlichen Aufschwunges, der von außen herkommt, vor sich gehen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Es ist freilich unmöglich, in Palästina die Arbeit zu bestreiten, wenn kein Geld dazu vorhanden ist. Nun wurde der Palästinaschekel zwar eingeführt, aber er bildet-nur eine Karikatur des eigentlichen Schekels. Dieser ist für uns alle bindend. Wer ihn nicht zahlt, verliert sein Wahlrecht. Der Palästinaschekel hingegen ist ein freiwilliger, er ist ein erbetteltes Almosen. Wer will, gibt ihn her. Der Schekel unserer Organisation liefert uns den Beweis dafür, wie man vorgehen muß. Wir müssen auch den Palästinaschekel für obligatorisch erklären. (Beifall.) Wir müssen ehrlich und offen sagen: auch.in dieser Beziehung muß Wandel geschaffen werden. Palästina muß mit den anderen Institutionen unserer Organisation zum mindesten gleichgestellt^ werden, und wenn der

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