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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 49

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 49 (sequence 47)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2624-3478764
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- 49 — wurde zugleich eine umfassende Neugestaltung der redaktionellen und administrativen Verhältnisse des Blattes verknüpft. Die Einrichtung einer neuen Filiale der A. P. C. in Beirut, sowie die langwierigen Arbeiten für die nunmehr endlich durchgeführte Legalisierung des Nationalfonds nahmen die Kräfte des Bureaus gleichfalls stark in Anspruch. Mit besonderem Nachdruck wurde die Propaganda für den Schekel betrieben. Auch diese Institution wurde, soweit es die Unzulänglichkeit unseres ganzen Schekelsystems zuläßt, reorganisiert. Die Hilfsaktion für unsere notleidenden Brüder in Rußland, die Einberufung und Durchführung der Brüsseler Konferenz stellten an die Arbeitskraft des Bureaus, das insbesondere im Anfange wenig Personal hatte, mannigfache Anforderungen. Nachdem das A. C. schon im Jahre 1906 Teilhaber des Jüdischen Verlages geworden war, übersiedelte dieser am 1. September 1906 ganz nach Köln. Auch der Jüdische Verlag wurde einer durchgreifenden Reorganisation unterzogen, die erst vor wenigen Wochen zum definitiven Abschluß gelangt ist. Die allgemeine Lage unserer Brüder, wie sie sich in der ersten Periode unserer Tätigkeit gestaltete, war eine derartige, daß von einer regelrechten zionistischen Arbeit nicht die Rede sein konnte. Es wäre eine törichte Selbstüberschätzung, zu behaupten, daß das Zionistische Zentralbureau ein belebender und erwärmender Mittelpunkt im Zionismus geworden ist, leitend und belehrend, anregend und befruchtend, die Zionisten der ganzen Welt zu einer geschlossenen Gesamtheit fügend, wie es unsere Absicht war. Niemand kennt besser als wir die Versäumnisse und die Unzulänglichkeiten, die Mängel und die Schwächen. Wir haben bis jetzt keine neuen gestaltenden Kräfte ausgelöst und die Leistungsfähigkeit der Partei nicht gesteigert. Wir haben in der Kunst der Menschenbeherrschung keine Triumphe gefeiert und den Weg, der zu unserem Ziele führt, haben wir weder verkürzt noch erleichtert. Wir vermochten es nicht, mit der Wucht imponierender politischer Taten auf die Gemüter zu wirken, das egoistisch Kleine und Elende, die Verknöcherung, die Selbstsucht und die Gleichgültigkeit großer Kreise unseres Volkes zu überwinden. Es ist uns nicht gelungen, die Mittel zu sammeln, einen erhöhten Bedarf zu decken und viele gute Pläne mußten wir auf die lange Bank schieben. Und könnte man gerechterweise mir uns die Schuld bleimessen, so wäre dies eine für die Sache äußerst günstige Lösung. In diesem Falle wäre es ja leicht, die Mißstände durch die Beseitigung ihrer Ursachen aus der Welt zu schaffen. Leider liegen aber diese Mißstände in den düsteren Tiefen des Leids, in dem Jammer der Gegenwart, in der Bedrängnis, in der Ungeduld und Nervosität, in der Verschlossenheit und Verbohrtheit hochvermögender Kreise, wie auch in den tatsächlichen Schwierigkeiten der Verwirklichung unseres Ideals, für welches die Voraussetzungen bis jetzt noch fehlen und erst durch lange, harte Arbeit und durch ein Aus-

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