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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 40

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 40 (sequence 38)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2615-3478755
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— 40 — für ein Haupt- oder Kassabuch, die die Grundlagen jeder Administration sein müssen. Es ist auch vollkommen richtig, daß man den Zionismus nicht einschätzen kann, solange er sich nicht durch Ziffern feststellen läßt. In das Nebelland der Empfindungen dringt kein Strahl der Statistik und möge man noch soviel davon erzählen, daß der Zionismus in diesem oder jenem Lande von Ueberkraft schäumt und gärt, der Registrator muß diese Angaben als pure Großtuerei betrachten, solange er einem Stoff gegenübersteht, der völlig haltlos in der Luft schwebt. \ lUnd doch ist es ein unsagbar enger Gesichtskreis, der den Zionismus berechnet, anstatt seine gewaltige sittliche Macht zu beurteilen. Man muß den Pulsschlag des jüdischen Volkes beobachten und feinfühlig die Wendungen der neuen Entwicklung prüfen, um die Tiefe und den Umfang der zionistischen Tätigkeit vollkommen zu würdigen. Man muß das Suchen und Sehnen, das Träumen und Hoffen, was in den Tiefen der Volksseele rauscht, nachempfinden, um die Triebkräfte aufdeken zu können, die für den Zionismus arbeiten. Die Ziffern allein beweisen nicht alles. Es gelingt manchmal z. B., eine Reihe von Vereinen zu gründen und beträchtliche Summen zu sammeln, und andererseits sinkt die materielle Ausgiebigkeit Und nähert sich dem Nullpunkte. Aber oftmals ist der Erfolg spontan, der Minute abgerungen, und die Vereine sind wie die Bläschen auf der Wasserflut, weil es nur eine Anwandlung von Barmherzigkeitsgefühl ist, ein Ueberschätzen der praktischen Aussichten, das ein schnelles Erlahmen zur Folge hat. Anderswo ist von solchen Erfolgen nichts zu merken und doch ist eine Saat ausgestreut worden, die nach längerer Zeit hundertfältige Früchte tragen wird, aber noch nicht bald in Halme schießt. Es* ist ein Zionismus voll Tatkraft und Gemütsstärke, aber noch in tausendfacher Zersplitterung und Zerfahrenheit, in flutendem Getriebe einer verworrenen Uebergangsperiode, ätherisch kaum zu fassen und doch im Wesen des Volkes festgewurzelt. Wie sind solche Erscheinungen einzuschätzen? II. Die Bewegung und die Institutionen. Die Lösung dieser Schwierigkeit der Wertschätzung liegt in der einfachen Tatsache, daß wir eine zionistische Bewegung und zionistische Institutionen haben. Diese beiden Begriffe müssen streng auseinandergehalten werden. ■ Der Zionismus ist eigentlich eine Bewegung, in der sich manches in Institutionen verdichtet hat. Sobald diese Verdichtung eingetreten ist, gelangen für den betreffenden Teil die Realgesetze ähnlicher Einrichtungen zur Geltung. Und es muß eine Verwaltung Verwaltung sein, wie , eine Bank Bank und eine Ackerbaukolonie Ackerbaukolonie sein muß. — Sehr oft sind es nüchterne, strenge, langweilige Institutionen, bei denen nur zu wünschen ist, daß sie einen kräftigen Zusammenhang mit der Bewegung, die sie geschaffen hat, bewahren. Die Bewegung hingegen, das Weite, das Tiefe, die unsichtbare Werkstatt, die die schon existierenden Insti-

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