Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 37)
- Language
- German, English, Hebrew
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ist, der, wenn er die Bedeutung würdigt, die Dr. Nordau bisher für die Geschichte des Zionismus hat, auch nur einen Augenblick daram denken kann, die Demission des Dr. Nordau anzunehmen. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Präs. Dr. Nordau: Ich bedauere — schon darum, weil Zeit damit verloren geht —, mein Entschluß ist unabänderlich. Sie können mir die Ehre erweisen, mich zum Beisitzenden zu wählen, und ich bitte Sie darum. Sie können mir diese Ehre auch verweigern. Das ist alles, was Sie können. Von meinem Entschluß können Sie mich nicht abbringen. Präs. Wolffsohn: Geehrter Kongreß! Wir wollen unserem Präsidenten Dr. Nordau den Gefallen erweisen und ihn zum Beisitzer wählen. Wer dafür ist, erhebe die Hand. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause): Angenommen. Del. Kleerekoper begrüßt namens der holländischen Zionisten in holländischer und' sodann in hebräischer Sprache den Kongreß. (Stürmischer langanhaltender Beifall und Händeklatschen.) Präs.: Ich erhalte soeben von der Teplitzer Ortsgruppe 240 Kronen, um den VIII. Kongreß in das „Goldene Buch" des Nationalfonds einzfutragen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Das Wort hat nun Herr Fogal, der wegen des Protestes aus St. Gallen eine Bemerkung zum Protokoll machen will. Del. Fogal (im Jargon): Geehrte Versammlung! Der Protest, der im Ausschusse vorgelesen wurde, ist von einem Einzelnen eingereicht worden und sollte nicht beachtet werden, denn die Wahl in St. Gallen ist genau geprüft und angenommen worden. Der Protest ist in einem separaten Kuvert von einem Einzelnen hergeschickt worden, und nicht mit den Wahlakten. Wir sollten uns um den Protest nicht kümmern, denn wenn wir die Wahl des St. Gallener Delegierten nicht agnoszieren, verlieren wir einen Verein, den von St. Gallen. ■ Präs.: Das Wort hat nun Herr Sokolow zum Berichte des Zentral-Bureaus. Vorerst bitte ich zur Kenntnis zu nehmen, daß sich die Mitglieder des Permanenzausschusses sofort im großen Saale zu versammeln haben. Ich bitte nun Herrn Sokolow, das Wort zu nehmen. Bericht des Zionistischen Zentralbureaiis. Berichterstatter N. Sokolow: I. Allgemeine Betrachtung. jWenn man in der zionistischen Arbeit nur das Greifbare, das Exakte sucht und mit statuarischer Strenge von der Masse des Stoffes, der sich in das Gesichtsfeld des Beobachters drängt, die Dinge nur, sofern sie in Taten umgesetzt worden sind, registriert, so kann man sehr leicht über das Geschehene Bericht erstatten. Man hat einfach die wahrnehmbaren Fort- oder Rückschritte in der Ausbreitung der zionistischen Vereine zu verzeichnen, die Leistungsfähigkeit des Zionismus nach den Schekel-Eingängen und sonstigen Spenden zu taxieren und der Bericht ist fertig. Es ist auch vom Ordnungsstandpunkt für eine Berichterstattung kein anderer Maßstab gegeben. Und recht hat eine Verwaltung, eine Behörde, ein Bureau, wenn es nur diesen Maßstab gelten läßt. Das Dichten und Denken des Volkes, die Gärung, das große Wollen, die Regungen, die nicht in grober, greifbarer Form zum Ausdruck kommen, sind keine Positionen